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Von Magdeburg nach Wien
Gottfried von Einems Oper „Dantons Tod“ war Anlass für einen Opernbesuch der besonderen Art

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Buchtipp: Otto Brückwald
Thomas Strobel: Otto Brückwald: Ein vergessener Künstler und Architekt

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„The Magic Flute“, Regie: Ingmar Bergman, 2 DVDs, BFI

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Hintergrund

Von Magdeburg nach Wien

Gottfried von Einems Oper „Dantons Tod“ war Anlass für einen Opernbesuch der besonderen Art

Für den Opernchor des Theaters Magdeburg und seinen Chordirektor Martin Wagner war die Premiere der Oper „Dantons Tod“ am Theater Magdeburg am 20. Januar diesen Jahres, fast genau zum 100. Geburtstag ihres Komponisten Gottfried von Einem, der Höhepunkt der laufenden Spielzeit. Die Inszenierung von Generalintendantin Karen Stone und besonders die Kollegen des Chores wurden von Presse und Publikum gefeiert – allen voran von der FAZ, von den Opernmagazinen (darunter war auch das Titelfoto aus der Produktion für die Märzausgabe der „Opernwelt“) und vielen anderen.

Die Arbeit an diesem Werk ist besonders für den Opernchor mit vier großen Szenen kein Klacks, die ersten Proben in Magdeburg hatten fast ein Jahr vor der Premiere begonnen. Ist das eine Erklärung dafür, dass sich zum Jubiläum des Komponisten recht wenige Häuser Gottfried von Einems angenommen haben, der immerhin einer der erfolgreichsten Opernkomponisten des 20. Jahrhunderts war? „Dantons Tod“, diese logistisch, musikalisch und szenisch anspruchsvolle Oper ist tatsächlich nur an einem weiteren Haus neu herausgebracht worden, und zwar an der Wiener Staatsoper: guter Grund, eine kollegiale Reise zu initiieren!

Reger Austausch unter Kollegen. Foto: privat

Reger Austausch unter Kollegen. Foto: privat

Mit besonderer Spannung fuhren also eine elfköpfige Reisegruppe aus Magdeburg, darunter vier Damen und vier Herren des Opernchores und Chordirektor Martin Wagner, nach Wien, um die dortige Neuproduktion von „Dantons Tod“ live zu erleben. Mit der eigenen langmonatigen Erfahrung aus Proben und bislang fünf Vorstellungen und dem damit verbundenen Hintergrundwissen brachten die Magdeburger dabei natürlich auch große Neugier mit: Wie würden die Kolleginnen und Kollegen an der Wiener Staatsoper die äußerst anspruchsvolle Chorpartie gestalten? Worauf legt die Inszenierung von Josef Köpplinger den Fokus, wo unterscheiden sich die Ansätze in Wien und Magdeburg, und wo ist vieles ganz ähnlich? Die Möglichkeit für solche Vergleiche ist man ja gewohnt, wenn es um „Die Zauberflöte“ oder um „La Traviata“ geht – in diesem Fall ist sie einzigartig gewesen.

Nach ihrer Ankunft in der Donaumetropole wurden die professionellen Kulturtouristen mehr als gastfreundlich empfangen: Sie bekamen eine ausgedehnte Hausführung vom 2. Chordirektor Martin Schebesta und dessen Gattin, trafen sich mit mehreren Mitgliedern des Staatsopernchores zum entspannten Austausch über Gottfried von Einem, die Opernchorarbeit und das Haus – und die Abordnung aus Magdeburg hat in der Kantine des großen Hauses sogar ein Foto mit Dirigentin Susanna Mälkki ergattert, die die Wiener Produktion von „Dantons Tod“ leitet.
Weitere Höhepunkte waren neben dem Besuch der eindrucksvollen Inszenierung im ebenso eindrucksvollen Saal des Hauses am Ring eine Bühnenbegehung im originalen Szenenbild – und natürlich die Besichtigung des Chorsaals, in dem die insgesamt 92 Sängerinnen und Sänger der Wiener Staatsoper fast täglich proben.

Wiederum in der Kantine der Staatsoper fand der Abend nach der Vorstellung seinen Ausklang: Mit den frischen Eindrücken der Sänger auf und der Gäste vor der Bühne wurde sich ausgetauscht, entspannt geredet und gefachsimpelt, bis vom Wirt die letzte Runde ausgerufen wurde... Für die herzlichen Gastgeber hat die (privat finanzierte) Eigeninitiative Grüße aus Sachsen-Anhalt mitgebracht: einen Magdeburger Präsentkorb unter anderem mit der CD der in Magdeburg wiederentdeckten und aufgenommenen Fibich-Oper „Die Braut von Messina“ und für den Chordirektor in Wien sogar eine Telemann-Medaille.

Die Rückfahrt lief dann nicht ganz ohne Stocken: Eine gründliche Zollkontrolle an der tschechischen Grenze konnte mit dem überzeugenden Hinweis beendet werden, dass dies eine kollegiale Opernreise war und kein halblegaler Geschäftstrip. Gerade einmal 48 Stunden hat der Ausflug – auch mit dieser Unterbrechung – gedauert, denn das eigene Haus ruht ja nicht: Das Gastspiel mit der großen Choroper „Fürst Igor“ in Dessau zusammen mit dem dortigen Opernchor steht an, außerdem die Premiere von „Jesus Christ Superstar“ am 15. Juni auf dem Magdeburger Domplatz sowie Repertoirevorstellungen aus Oper, Operette und Musical. Und, so bereichernd die Erfahrung in Wien war, Sopranistin Jenny Stark ist, stellvertretend für die Kolleginnen und Kollegen, stolz auf ihr Opernhaus und ihren Arbeitsplatz: „Wir wissen wirklich zu schätzen, was wir hier haben!“

Stephan Knies

Der Autor ist Mitarbeiter des Pressebüros des Theaters Magdeburg.

 

 

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