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neue musikzeitung

JazzZeitung

 

Die Zeitschrift für neugierige Musikfreunde: Nachrichten aus den deutschen Opernhäusern und Tanztheatern, kulturpolitische Kommentare, ausführliche Porträts, Berichte und die aktuelle Kritik im Überblick. Ständig auf dem neuesten Stand in Zusammenarbeit mit dem Kulturinformationszentrum (KIZ) der neuen musikzeitung.

Dazu fundierte Service-Informationen: Premieren und Besetzungen, Festspiele und Wettbewerbe, spezieller Stellenmarkt für Musiktheater und Tanz, Bühnenarbeits- und Sozialrecht, Berufs- und Verbandspolitik.

„Oper &Tanz" als Print-Ausgabe unterrichtet Sie fünf Mal im Jahr gründlich und umfassend.

Foto: Bernd Uhlig

Download des ganzen Heftes 2026/02 als PDF (ca. 4,6 MB)

TITELBILD: Schlachtfest

Verlockt durch Reichtum und Macht tauscht Peter Munk sein Herz gegen einen Stein. Zuvor mitfühlend wird er nun empfindungslos und hartherzig. So jedenfalls erzählt es Wilhelm Hauffs Kunstmärchen „Das kalte Herz“. Die gleichnamige Oper von Matthias Pintscher spielt jedoch nicht im Schwarzwald und macht auch sonst vieles anders. Anstelle von Holländermichel und Glasmännlein lässt die Uraufführung an der Berliner Staatsoper den altägyptischen Totengott Anubis erscheinen. Und während sich der Kohlenpeter von inneren Ängsten zu befreien versucht, führt das Bühnenbild umso grellere Schreckszenarien vor Augen. Doch warum das alles?

AUSGABE 2/2026

Wessen Lifestyle?
Editorial von Tobias Könemann

Kulturpolitik

Brennpunkt
„Zukunftspakt Bühne“

Auf ein Wort mit…
… der neue Chordirektorin der Staatsoper Hamburg Alice Meregaglia

Hintergrund

Auf den Spuren von Yvonne Georgi
„Gera im Mai“ – ein Tanzfestival der besonderen Art

Die Zukunft im Blick
Das Hamburg Ballett kämpft bei „Fast Forward“ noch mit dem Status quo

Räume für die Utopie
Ein Porträt des Dirigenten und Experten für Zeitgenössisches Titus Engel

Berichte

Hoffnungslos unernst
Uraufführung von Neuwirths/Jelineks Groteske „Monster’s Paradise“ in Hamburg

Ostsee-Bild mit „Dame“
Das Theater Vorpommern entzaubert Detlev Glanerts Fontane-Oper „Oceane“

Mit und ohne fliegendem Teppich
„Tamerlano“ bei den Händel-Festspielen am Badischen Staatstheater Karlsruhe

Anubis im Schwarzwald?
Matthias Pintschers Märchenvertonung „Das kalte Herz“ an der Staatsoper Berlin

Eine lohnende Entdeckung
Szenische Gesamturaufführung von Elfrida Andrées „Die Fritjof-Saga“ in Essen

Gamechanger ohne Spitzentanz
Goyo Monteros Neuerfindung „Schwanensee. Rotbarts Geschichte“ in Hannover

Alle Jahre wieder…
Das Divertissementchen „E Leve för Kölle“ über den Jubilar Konrad Adenauer

Großer Wurf mit riesigem Chorpart
Cláudio Santoros brasilianisches Prostituierten-Epos „Alma“ beim Kurt Weill Fest Dessau

Gratwanderung zwischen Komik und Tragik
Herbert Fritschs Neuinszenierung von Verdis „Macbeth“ am Theater Basel

Ende eines epochalen Werkzyklus’
Janáčeks „Das schlaue Füchslein“ in der Berliner Staatsoper

Zwischen Selbstfindung und -verlust
Ur- und Erstaufführungen „AUGEN/BLICKE“ des Stuttgarter Ballett

Der Vergangenheit ins Auge schauen
Ausstellung und Katalog zu 200 Jahren Theater Aachen

Oper & Tanz aktuell

VdO-Nachrichten
Brummendes Tarifgeschäft

Rezensionen

Lebend hätten sie uns nicht getrennt
Gefeiert und vergessen? – Jüdische und im Nationalsozialismus verfolgte Künstler an der Leipziger Oper 1890–1933

Service

Die Service-Rubriken:

// Editorial // Schlagzeilen // Namen und Fakten // VdO-Nachrichten // // Spielplan-Premieren 2025/2026 (pdf) // Oper&Tanz im TV

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Editorial · Von Tobias Könemann

Wessen Lifestyle?

Tobias Könemann. Foto: Foto: Pascal Schmidt

Tobias Könemann. Foto: Foto: Pascal Schmidt

Die Tarifrunde der Länder ist abgeschlossen – in den üblichen drei Runden, mit dem üblichen Tamtam und im Kern dem erwarteten Ergebnis. Eines ist jedoch in der ansonsten ebenfalls üblichen Rhetorik der Tarifparteien anders: Die Länder stehen – ebenso wie die Kommunen – tatsächlich finanziell mit dem Rücken zur Wand. Gleichzeitig liest man, dass die Vermögen der Deutschen stetig steigen, dass es mehr Milliardäre gibt als je zuvor, dass allerdings auch die Vermögensverteilung immer weiter aus dem Gleichgewicht läuft – der Gini-Koeffizient für Deutschland ist einer der schlechtesten Europas. Neoliberalen Kräften in der Regierungskoalition geht dies nicht weit genug: sie fordern lautstark unter anderem die Abschaffung von „Lifestyle-Teilzeit“, Lockerung des Kündigungsschutzes, Deregulierung der Arbeitszeit und – ohne viel Rücksicht auf die Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts – weitere Reduzierung der Grundsicherung, um das Wachstum der Wirtschaft zu stärken, wodurch wiederum die Arbeitnehmenden als mit Abstand größter Träger der Steuerlast zu höheren Steuerzahlungen gebracht werden sollen. Will daran wirklich keiner merken, dass dadurch das Angebot an Arbeitskraft erhöht werden soll, während die Nachfrage – auch durch steigenden Einsatz von KI – mittelfristig sinkt? Die marktgerechte Folge einer solchen Situation ist ja allgemein bekannt.(…)

 

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