Zur Startseite


 

 
Zur Startseite von Oper & Tanz
Aktuelles Heft
Zum News-Center
Archiv & Suche
Stellenmarkt
Oper & Tanz abonnieren
Ihr Kontakt zu Oper und Tanz
Kontakt aufnehmen
Impressum
Datenschutzerklärung

Website der VdO


 

Aktuelle Ausgabe

Editorial

Kulturpolitik
Brennpunkte
Zur Situation deutscher Theater und Orchester
Gescheiterte Markenoffensive
Bremen nach der Entzauberung Hans-Joachim Freys

Gesundheit
Keine Angst vor dem Stimmarzt
Klinik für Phoniatrie und Pädaudiologie in Münster
Stimmkrisen und deren Bewältigung
Formen der Rehabilitation

Portrait
Ballett kennt keine Grenzen
Stuttgart ehrt den Choreografen Kenneth MacMillan
Musikgenuss mit Regiedefiziten
Ein Rückblick auf das Händel-(Opern-)Jahr 2009

Berichte
In der Wüste der Existenz
Aribert Reimanns „Lear“ in der Komischen Oper Berlin
Bitte Abstand halten
„Dreiklang“: 50 Jahre Musiktheater im Revier


Mit Vladimir Malakhov auf eine Tasse Tee
„Als Tänzer ist man nie am Ziel“: Vladimir Malakhov im Gespräch mit Jan Stanislaw Witkiewicz
Gesang in vier Bänden
Jürgen Kesting, Die großen Sänger
Einprägsame Bilder
Pina Bausch: „Orpheus und Eurydike“

VdO-Nachrichten
Nachrichten
Kampf für GVL-Vergütungen – Mitgliederbetreuung in neuen Händen – Wir gratulieren
Alles, was Recht ist
Doppelte Entfernungspauschale bei geteiltem Dienst –
zum Zweiten...

Service
Schlagzeilen
Namen und Fakten
Stellenmarkt
Spielpläne 2009/2010
Festspielvorschau

 

Einprägsame Bilder

Pina Bausch: „Orpheus und Eurydike“ by Christoph W. Gluck; Mit Yann Bridard, Marie-Agnès Gillot, Maria Riccarda Wesseling, Julia Kleiter, Miteki Kudo, Sunhae Im, dem Ballet de l‘Opéra national de Paris, Balthasar-Neumann Ensemble & Chor unter Thomas Hengelbrock; 104 min; BelAir classiques; ca. 30 Euro

Fast ist es Orpheus gelungen, mit Gesang und Saitenspiel seine kurz nach der Hochzeit gestorbene Eurydike aus der Unterwelt zurückzugewinnen. Doch weil er sich, gegen die Auflage des Hades, schon beim Aufstieg in die Oberwelt nach der Geliebten umdreht, verliert er sie ein zweites Mal. In die lange Liste der Choreografen, von Jean-Georges Noverre (schon 1763) bis zu George Balanchine, Maurice Béjart, John Neumeier, William Forsythe und vielen anderen, die diesen Mythos zu verschiedenen Kompositionen vertanzt haben, reiht sich auch Pina Bausch ein. 1975, ein Jahr nachdem sie als Leiterin des Wuppertaler Tanztheaters angetreten war, kreierte sie ihre Version: eine Tanzoper zu Glucks „Orpheus und Eurydike“. Dass sie schon damals eine Meisterin der Ausdrucks-Geste war, aber auch des Gespürs für Raum und Struktur, ist nun auf einer DVD zu erleben. Und dies dank des doppelten Glücksfalls, dass die Choreografin dieses Werk 2005 mit dem exquisiten Ballett der Pariser Oper einstudiert und Francois Duplat die DVD produziert hat. Dem Produzenten Duplat, nebenbei noch Münchner Kinobesitzer, verdankt man schon die exzellenten Aufnahmen einer Reihe von Balletten der Pariser Oper. Durch seinen Regisseur Vincent Batallion wird Bauschs dramatisch durchatmete Choreografie so sensibel ins Bild geholt, dass man beim Anschauen geradezu ein Live-Gefühl hat. Nicht zuletzt auch durch die musikalische Qualität der Gesangssolisten für Orpheus, Eurydike und Amor – sie erzählen den Mythos (Texte auf deutsch) – und des ausgezeichneten Balthasar-Neumann Ensembles und Chor unter Thomas Hengelbrock. Bausch, was ja für sie typisch ist, illustriert die Geschichte nicht, sondern entwirft Gefühlsbilder für „Trauer“, „Gewalt“, „Frieden“ und „Sterben“. Natürlich gibt es halb erzählerische Soli und Pas de deux für die Liebenden und Amor. Aber vielleicht ist in noch intensiverem Maße das Ensemble der Vermittler von Schmerz, Leid, Unwiederbringlichkeit, Versöhnung mit dem Schicksal und Abschied: die entschlossenen Hadeshüter in großen Schlachterschürzen (Ausstattung und Licht: Rolf Borzig), die Gruppe der Frauen, wie getragen von Chor und Orchester, weich im Oberkörper mit diesen beseelt fließenden Armbewegungen des Folkwang-Stils, der hier durch die hohe französische Schule des Pariser Opernballetts noch sublimiert wird. Tanz und Musik werden hier wirklich eins und schaffen Bilder, die noch lange in einem nachschwingen.

Malve Gradinger

 

 

startseite aktuelle ausgabe archiv/suche abo-service kontakt zurück top

© by Oper & Tanz 2000 ff. webgestaltung: ConBrio Verlagsgesellschaft & Martin Hufner