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Natürliches Klangideal

Gespräch mit Chordirigent Nicol Matt

Nicol Matt: Mein Klangideal ist ein möglichst natürliches. Ohne viel Vibrato einzusetzen, geht es mir darum, den ursprünglichen Klang jedes einzelnen Sängers zu finden und diesen in der Gruppe einzusetzen. Dies ergibt nicht nur die Verschmelzung aller Stimmen, sondern auch den direkten Kontakt zu jedem einzelnen Sänger im Chor. Die daraus entstehende Energie überträgt sich unmittelbar auf das Publikum, welches dann seelisch berührt wird.

Oper & Tanz: Wollten Sie schon immer Chordirigent werden?

Matt: Ich habe als Organist angefangen, die vielfältige Welt der Musik kennenzulernen und mich über das Instrument künstlerisch auszudrücken. Irgendwann habe ich gemerkt, dass mir das nicht mehr ausreicht. Ich wollte mit anderen Menschen zusammen Musik machen und mich mit diesen darüber austauschen. Da mich die menschliche Stimme immer fasziniert hat, war es für mich naheliegend, Chordirigent zu werden.
Besonders am Herzen liegt mir, dass die Menschen über die Musik wieder zusammen finden. In einer zunehmend ichbezogenen Gesellschaft, in der sich die sozialen Kontakte immer mehr auf den virtuellen Austausch beschränken, ist es wichtiger denn je, den Zugang zur Gemeinschaft wieder zu finden. Was gibt es da besseres als das Singen in einem Chor! Neben all den positiven sozialen und gesundheitlichen Aspekten, die das Singen in der Gemeinschaft mit sich bringt, macht es uns sensibler für die Bedürfnisse der anderen. Es stärkt unsere Toleranz, unser Mitgefühl und das Verhältnis zueinander, da wir ja alle von Geburt an soziale Wesen sind, die nur in einer funktionierenden Gemeinschaft ein Ganzes bilden. Dafür setze ich mich mit vielfältigen Projekten weltweit ein.

Das Singen im Chor stärkt unsere Toleranz, unser Mitgefühl und das Verhältnis zueinander.

O&T: Wie bekommen Sie diesen schwebenden Klang, der ja nicht immer zu hören ist in Deutschland?

Matt: Der Klang des Chores ergibt sich immer aus dem Moment heraus und ist abhängig von denen, die den Klang produzieren. Funktioniert die Gemeinschaft und das gegenseitige Verständnis untereinander, dann ist grundsätzlich alles möglich. Letztendlich ist es das kollektive Bewusstsein der Gruppe, die den Klang als gemeinsame Sprache ausmacht.
Zu Morten Lauridsens 75. Geburtstag erschien nun auch seine CD „Light Eternal“ mit Chorkompositionen bei der Deutschen Grammophon, in Zusammenarbeit mit Nicol Matt.

Midou Grossmann

 

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