Angesichts „der schwierigen Haushaltslage“ haben die Gesellschafter der Altenburg-Gera Theater GmbH in Übereinstimmung mit dem Thüringer Kunstministerium den Generalintendanten und Geschäftsführer, Dr. René Serge Mund, beauftragt, bis Juli 2004 rund 70 Entlassungen vorzunehmen. Das Orchester soll von 89 auf 68 Stellen reduziert, der Opernchor aufgelöst werden. Flankierend soll für die Zeit von 2004 bis 2008 ein personalkostensenkender Haustarifvertrag abgeschlossen werden, da andernfalls „Spartenschließungen zum Juli 2004 unvermeidbar“ seien. Das Theater Gera hatte vom 18. Oktober bis 13. November unter reger Publikumsbeteiligung sein Jubiläum „100 Jahre Theaterhaus Gera“ gefeiert und ein Buch samt CD mit dem Titel „Musis sacrum“ herausgebracht. Fünf Tage danach zeigten die Gesellschafter, wie sie die Musen einschätzen. Freiburg im BreisgauAls erste Sparmaßnahme hat Freiburgs neuer Oberbürgermeister Dieter Salomon (Bündnisgrüner) die Stelle des Kulturdezernenten gestrichen und sie kommissarisch mit sich selbst besetzt, dann ließ er die neue Intendantin des Theaters, Amélie Niermeyer, wissen, dass die Betriebszuschüsse bis 2005 von derzeit 14,27 Millionen Euro auf 11 Millionen Euro gesenkt werden müssten. Niermeyer, die einen fulminanten Saison-Start mit gestiegenen Auslastungszahlen hingelegt hat, fragt sich, wie so etwas im reichen Baden-Württemberg möglich ist. DresdenOberbürgermeister Ingolf Roßberg (FDP) unterrichtete die Presse über die Sparmaßnahmen der Stadt Dresden, die unter anderem die Schließung der Staatsoperette zum 1. August 2003 vorsehen. Dem bereits ernannten neuen Intendanten, Wolfgang Schaller, der Fritz Wendrich ablösen soll, wurde untersagt, Verpflichtungen für die Spielzeit 2003/04 vorzunehmen. Die Staatsoperette Dresden, das einzige selbstständige Operettentheater im deutschsprachigen Raum, beschäftigt 246 Mitarbeiter, erhält einen Betriebszuschuss von rund zehn Millionen Euro und zählt mit einer Auslastungsquote von 90 Prozent zu den bestbesuchten Theatern Deutschlands. Zu ihrem Repertoire gehören Operetten, Musicals, Spielopern, Ballette und Konzerte. Aufgrund reger Gastspieltätigkeit genießt es auch international einen guten Ruf. Fritz Wendrich nannte das Vorhaben der Stadt Dresden „ein Stück aus dem Tollhaus“ und wies darauf hin, dass Einsparungen mit der Schließung kurzfristig gar nicht zu erzielen seien, die Schäden für das Ansehen der Stadt und ihren Tourismus aber unabsehbar.
WeimarDie Umwandlung des städtischen Eigenbetriebs Deutsches Nationaltheater und Staatskapelle Weimar in eine gemeinnützige GmbH wurde zum 1. November vollzogen; alle Mitarbeiter haben der Personalüberleitung zugestimmt, nachdem Stadt und Freistaat gedeckelte Finanzierungszusagen auf dem Stand von 2002 bis zum Jahr 2008 abgegeben hatten. Die Gewerkschaften haben der GmbH zugesagt, Haustarifverträge des Inhalts abzuschließen, dass durch Verzicht der Beschäftigten auf Gehaltsbestandteile die bis 2008 erfolgenden Tarifsteigerungen neutralisiert werden. Sie wiesen aber darauf hin, dass es kein „Weimarer Modell“ gebe, sondern dass es sich um einen der historischen und kulturellen Bedeutung Weimars geschuldeten Ausnahmefall handle.
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