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Aktuelle Ausgabe

Editorial

Kulturpolitik
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Kultur-Mensch mit Biss
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Portrait
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Die John Cranko-Schule in Stuttgart
Von der Haupt- zur Bundesstadt
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„Jekyll & Hyde” im Kölner Musical Dome
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Peter Ruzickas Oper „Celan“ in Mainz
Neue Formen für alte Einsichten
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Vergessene Opern entdeckt
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Ins Innere der eigenen Seele
Pierre Bartholomées „Oedipe sur la Route“ in Brüssel uraufgeführt

Alles, was Recht ist
Aktuelles
Finanzamt: Keine Frist für doppelte Haushaltsführung – Aus 630 DM wurden 400 € – Mach dich schlau


Brigitte Hamann, Winifred Wagner oder Hitlers Bayreuth
Veit Veltzke, Der Mythos des Erlösers. Richard Wagners Traumwelten und die deutsche Gesellschaft 1871 – 1918
Zeitgenössisches Musiktheater auf neuen CDs

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Erlösung dem Erlöser!

Die Wirkungsgeschichte Richard Wagners

Veit Veltzke, Der Mythos des Erlösers. Richard Wagners Traumwelten und die deutsche Gesellschaft 1871 – 1918. Arnoldsche Verlagsanstalt, Stuttgart 2002, 224 S., 29,80 €.

 
 

Erschienen in der Schriftenreihe des Preußen-Museums Nordrhein-Westfalen, gibt der sorgfältig edierte, reich bebilderte Katalog, dessen einzelne Kapitel Veit Veltzke essayistisch begleitet, einen Überblick über die Rezeptions- und Wirkungsgeschichte Richard Wagners und seines Werks in der Zeit des zweiten deutschen Kaiserreichs. Neben den Texten sind es Objekte der bildenden Kunst, die aufzeigen, welche faszinierende Wirkung von Wagners Werk auf seine Zeitgenossen, die Generationen der Gründerzeit und des Wilhelminismus, ausging.

Dem heutigen Betrachter dieser Bildwelten, die ihm überwiegend als grauenhafter imperialer Kitsch erscheinen, muss es zu denken geben, dass dies auch die Bildwelten Richard Wagners waren, wie Fotos der Einrichtung der Villa Wahnfried beweisen, dass diese Bildwelten, längst der Vergangenheit angehörend, sich aber von Richard Wagners Musik und vom dramatischen Gehalt seiner Werke als ablösbar erwiesen haben.

 
 

Die Federzeichnung (um 1849) zeigt die Wagner-Sängerin Wilhelmine Schröder-Devrient als Heroine der Revolution (Buch S. 20).

 

Veit Veltzke beschreibt die Einvernahme des Werks Wagners durch den deutschen Konservativismus und legt dar, wie und weshalb Wagners Verhalten und sein literarisches Begleitwerk Anlässe und Handhaben boten, den „Sänger des Reiches“ in den Dienst des Reiches zu stellen. Wilhelm I. meinte, Bayreuth müsse das deutsche Olympia werden. Mag der Leser noch lachen, wenn er über die Gründung der „Richard-Wagner-Gesellschaft für germanische Kunst und Kultur“ informiert wird oder erfährt, das der Generalstab im Ersten Weltkrieg einen „Hagen-Angriff“ als letzte Möglichkeit, eine „Alberich-Bewegung“ als taktischen Rückzug befahl, so bleibt ihm das Lachen im Halse stecken, wenn er nachvollziehen muss, wie sich Wagners mit dem Sakralisierungsangebot verknüpfter Antisemitismus in organisierten, säkularen Antisemitismus umfunktionieren ließ.

Der Autor resümiert: „Von Wagners ,Religion des Mitleidens‘ und seiner pazifistischen Einstellung ist all dies weit entfernt. Aber sein Modell eines Untergangsmythos mit erlösender Wiedergeburt wirkte weiter, ohne dass sein humanitärer Ansatz mitrezipiert wurde“ (S. 207). Das Buch sei gut- und böswilligen „Wagnerianern“ dringend empfohlen.

Nikolaus Kuhn

 

 

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