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Schlagzeilen

Urteil gegen Serebrennikow

Im Verfahren gegen den russischen Regisseur Kirill Serebrennikow wegen Veruntreuung von Fördergeldern ist ein Urteil gesprochen worden. Die Staatsanwaltschaft hatte sechs Jahre Gefängnis sowie eine Geldstrafe von 800.000 Rubel gefordert. Serebrennikow wurde nun zu einer Bewährungsstrafe sowie zur Rückzahlung der angeblich veruntreuten Gelder in Höhe von umgerechnet etwa 1,6 Millionen Euro verurteilt. Viele Beobachter, darunter der Deutsche Bühnenverein, hatten zuvor die Rechtsstaatlichkeit des Prozesses angezweifelt und das Verfahren als politischen Schauprozess gegen die liberale Kunstszene eingeordnet. Unbequeme und kritische Kunst sei in Russland offenbar seit Längerem nicht mehr erwünscht, erklärte DBV-Präsident Ulrich Khuon vor der Urteilsverkündung. „Wir sind bestürzt, dass dieses Verfahren, das viele Rechtsgrundsätze missachtet, derart unbarmherzig gegen Kirill Serebrennikow durchgefochten wird.“ Inzwischen hat Serebrennikow erklärt, die geforderte Summe nicht zahlen zu können.

Spuhler bleibt

Trotz massiver Kritik am Führungsstil des Intendanten des Badischen Staatstheaters Karlsruhe, Peter Spuhler, halten Baden-Württembergs Kunstministerin Theresia Bauer als Verwaltungsratsvorsitzende des Theaters sowie Oberbürgermeister Frank Mentrup an dem umstrittenen Theaterchef fest. Vor der entscheidenden Sitzung des Verwaltungsrats hatten mehr als 300 Mitarbeiter/-innen des Theaters, die sich unter anderem über Kontrollzwang und cholerische Anfälle des Intendanten beschweren, für einen Neustart ohne Spuhler demonstriert. In einem offiziellen Statement bedankte sich Spuhler für das Vertrauen des Verwaltungsrats: „Ich anerkenne den Bedarf, zeitnah und nachhaltig die Maßnahmen und Veränderungen anzugehen. Das Vertrauen innerhalb des Hauses wiederherzustellen, hat oberste Priorität. Ich nehme diesen Auftrag an und werde dafür offen, respektvoll und in Demut auf alle Kolleg*innen, allen voran den Personalrat, zugehen, auf dass wir verantwortungsvoll gemeinsam in einen Prozess für die Zukunft eintreten.“

NDR Chor soll „kalt abgewickelt“ werden

Kampagne für den Erhalt des NDR Chores. Foto: Georg Tedeschi

Kampagne für den Erhalt des NDR Chores. Foto: Georg Tedeschi

Der Norddeutsche Rundfunk (NDR) hat angekündigt, im Zuge anstehender Sparmaßnahmen einen seiner vier Klangkörper – den NDR Chor – in eine GmbH umzuwandeln. Zugleich ist geplant, freie Stellen nur noch durch freiberufliche Sängerinnen und Sänger zu besetzen, die lediglich auf 50-Prozent-Basis in dem Chor mitwirken dürfen. In der angestrebten neue Rechtsform könnte der NDR die GmbH jederzeit auflösen. Gegen diese Ankündigung gab es massiven Protest. Mit der Kampagne „#ndrCHORerhalten“ sammelt die Deutsche Orchestervereinigung (DOV) Stimmen gegen die Pläne des NDR. „Der NDR Chor bleibt mit voller Mannschaft in Hamburg vor Anker!“, heißt ein Claim der Kampagne. Die angekündigte Umstrukturierung werde eine hohe Personalfluktuation nach sich ziehen; die künstlerische Exzellenz und eine über Jahrzehnte geformte Klangkultur würden zerstört, so die DOV. Infos, auch über Möglichkeiten, sich am Protest zu beteiligen, gibt es unter https://www.dov.org/ndrchor.

Petition der Tanzschaffenden

Tanzschaffende in Niedersachsen, darunter das Staatsballett Hannover, das Tanztheater des Staatstheaters Braunschweig und die Ballettcompagnie Oldenburg, haben in einer Petition auf die Folgen der Corona-Pandemie für den Tanz sowie auf die gesellschaftliche Bedeutung des Tanzes hingewiesen. Darüber hinaus wurden konkrete, für die Fortführung des Tanzes wesentliche Punkte aufgeführt. Zum Beispiel wurde die Gleichstellung einer Tanzcompagnie mit geschlossenen Lebens- beziehungsweise Wohngemeinschaften gefordert, da sie „aufgrund der üblichen Produktionsbedingungen“ einer solchen Gemeinschaft gleiche. Darüber hinaus liege es in der Eigenverantwortlichkeit der Künstlerinnen und Künstler, wann sie bereit seien, sich auf der Bühne zu begegnen.

Europäisches Förderprogramm

Kulturstaatsministerin Monika Grütters hat zusammen mit den Kulturministern Italiens und Frankreichs in einem Schreiben an EU-Kommissarin Mariya Gabriel eine angemessene Berücksichtigung von Kultur und Medien bei den Wiederaufbau-Instrumenten der EU angemahnt. Dazu müsse unter anderem auch das EU-Förderprogramm Kreatives Europa mit einem entsprechenden Finanzrahmen ausgestattet werden. Grütters erklärte, die Corona-Pandemie habe verheerende Folgen für die gesamte Kultur- und Kreativwirtschaft in ganz Europa. „Was wir jetzt brauchen, sind breitenwirksame, nachhaltige Hilfsprogramme in der Fläche, um die langjährig gewachsenen Strukturen der europäischen Kulturlandschaft zu erhalten und damit eben auch wieder Arbeitsmöglichkeiten für Kreative zu schaffen“, so Grütters.

 

 

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