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Spielpläne 2001/2002

 

Namen & Fakten

Luis Antonio Garcia Navarro, einer der bedeutendsten Dirigenten Spaniens, starb in Madrid im Alter von 60 Jahren an einem Krebsleiden.

 
 

Wechselt nach Cottbus: Ballettdirektor Michael Apel. Foto: Marlies Kross

 

Michael Apel, bisher Ballettdirektor an der Staatsoperette Dresden, wechselt in gleicher Funktion ab dieser Spielzeit an das Staatstheater Cottbus. Apel studierte Tanz und Choreografie an der Palucca Schule Dresden und an der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“.

Vladimir Malakhov wird mit Beginn der Spielzeit 2002/2003 neuer Ballettdirektor der Berliner Staatsoper Unter den Linden. Malakhov war dem Ballett bereits für mehrere Spielzeiten als Principal Guest Dancer verbunden. Er wird auch weiterhin als primus inter pares Tänzer der Compagnie der Staatsoper sein.

Alexander Pereira, seit zehn Jahren Intendant der Züricher Oper, hat seinen Vertrag bis 2006 verlängert.

Marek Janowski wird neuer künstlerischer Leiter und Chefdirigent des Rundfunk-Sinfonieorchesters Berlin (RSB). Der 62-jährige Musiker bleibt außerdem Chefdirigent des Orchestre Philharmonique in Monte Carlo und der Dresdner Philharmonie.

Marcus R. Bosch wird ab der Spielzeit 2002/2003 neuer Generalmusikdirektor in Aachen. Bosch arbeitet derzeit als Erster Kapellmeister und stellvertretender Generalmusikdirektor am Saarländischen Staatstheater in Saarbrücken. Als Gastdirigent leitete er unter anderen die Prager und die Berliner Philharmoniker.

Jörg Pitschmann wird ab 1. August 2002 als Generalmusikdirektor des Mecklenburgischen Staatstheaters amtieren. Er löst den wegen der Orchesterreduzierung zurückgetretenen Ivan Törzcs ab. Als Chordirektor und Kapellmeister war er zunächst am Theater Lüneburg, Landestheater Detmold, später dann am Landestheater Salzburg als Erster Kapellmeister tätig. Am Mecklenburgischen Staatstheater hatte er in der vergangenen Spielzeit bereits das Dirigat für eine Aufführung von Lortzings Zar und Zimmermann übernommen und ist seit dieser Spielzeit Erster Kapellmeister am Hause.

Horst Johanning wurde zum neuen Vizepräsidenten des Deutschen Bühnenvereins gewählt. Er löst Jürgen Schitthelm, Direktor der Schaubühne in Berlin ab. Johanning studierte Theaterwissenschaft an der Freien Universität in Berlin und wurde an der Hochschule für Musik und Theater in Hannover zum Schauspieler und Regisseur ausgebildet.

Hans-Joachim Vetter starb am 23. Oktober 2001 im Alter von 95 Jahren. Bis ins hohe Alter hat der 1906 in Berlin geborene Vetter die deutsche Musikwelt mit seinem fundierten Rat begleitet und zahllose Ehrenämter bekleidet. Seine unermüdlichen Verdienste um Musik und Musiker – beim Einsatz für Neue Musik, in der Musikpädagogik, bei Ausbildungsfragen und in der Musikpolitik – wurden durch vielfältige Auszeichnungen, Ehrungen und Würdigungen honoriert.

Peter Schreier hat sein Ehrenamt bei den Vorbereitungen zur 800-Jahr-Feier Dresdens niedergelegt. Er protestierte damit gegen die kommunale Kulturpolitik. Die neue Stadtverwaltung habe die Vorbereitungsarbeiten für das Fest nicht genügend gewürdigt, sagte Schreier. Gleichzeitig betonte er, Dresden, seine Menschen und seine Kultur lägen ihm weiterhin am Herzen. Schreier ist Vorsitzender des Vereins Dresdner Stadtjubiläum 2006. Er führt das Ehrenamt seit 1997.

James Levine, derzeit Chef der Münchner Philharmoniker, wird mit Beginn der Saison 2004/2005 als Nachfolger von Seiji Ozawa die Position als Chefdirigent des Boston Symphony Orchestra antreten. Sein Vertrag in München, der zum Ende der Saison 2003/2004 ausläuft, wird voraussichtlich nicht verlängert.

Patrick Wasserbauer ist der neue Orchesterdirektor der Bochumer Symphoniker. Er tritt die Nachfolge von Heribert Schröder an, der zum Bruckner-Orchester nach Linz wechselte. Wasserbauer war zuletzt Geschäftsführer der Erzgebirgischen Theater und Orchester GmbH in Annaberg-Buchholz.

Silvana Schröder, Ballettdirektorin in Altenburg-Gera, bleibt weiter im Amt. Das Bühnenschiedsgericht Chemnitz hat im September die Weiterbeschäftigung Schröders entschieden, die zuvor von ihrem Arbeitgeber die Kündigung erhalten hatte. Generalintendant René Serge Mund kündigte an, dass er keine weiteren gerichtlichen Schritte gegen das Urteil unternehmen werde.

Sofia Gubaidulina feierte ihren 70. Geburtstag. Die bei Hamburg lebende russische Komponistin zählt zu den führenden Vertretern der Neuen Musik aus der ehemaligen Sowjetunion. Gubaidulina kam in Tschistopol in der tartarischen Republik zur Welt, studierte in Kasan und Moskau Musik und arbeitet seit 1963 als freie Komponistin. Die sowjetischen Machthaber standen ihrer Musik skeptisch gegenüber. Der Durchbruch im Westen gelang Gubaidulina 1981 mit der Uraufführung ihres Gidon Kremer zugedachten Violinkonzerts „Offertorium“.

Margaret Illmann, Ballettsolistin, wurde vom Verband der deutschen Kritiker mit dem Kritikerpreis 2001 ausgezeichnet. In der Begründung heißt es: „Sie tanzt klassische und neoklassische Rollen nicht nur technisch brillant, sondern erfüllt sie dank ihrer natürlichen Ausstrahlung mit echtem Leben“.

Franziska Severin, ab Beginn der neuen Saison Operndirektorin in St. Gallen, erhält den Preis der Götz-Friedrich-Stiftung für junge Regisseure. Dieser mit 10.000 Mark dotierte Preis der Stiftung wurde 1995 zu Ehren von Götz Friedrich ins Leben gerufen. Die diesjährige Preisträgerin begann ihre Laufbahn als Regieassistentin an der Deutschen Oper Berlin, studierte an der Freien Universität Berlin und wurde 1995 Oberspielleiterin in Bonn.

Kurt Pahlen, Dirigent, Komponist und Musikwissenschaftler, wurde auf der Frankfurter Buchmesse mit der Werner Egk-Medaille ausgezeichnet. Geehrt wurde damit sein Engagement für das internationale Opernrepertoire und seine weltweite Verbreitung.

Vladimir Derevianko, Ballettdirektor der Dresdner Semperoper, wurde in Kiew mit dem „Nijinsky-Preis“ ausgezeichnet.

Jonas Alber, Generalmusikdirektor des Staatstheater Braunschweig, bleibt bis 2007 in seinem Amt.

Bettina Reith wird ab der Spielzeit 2002/2003 Operndirektorin am Staatstheater Braunschweig. Die 37-Jährige, die zur Zeit Betriebsleiterin am Staatstheater Kassel ist, folgt Uwe Schwarz nach, der künftig als freier Regisseur arbeiten will.

Alfred Wopmann, Intendant der Bregenzer Festspiele, hat nach Abschluss der Festspiele erklärt, dass er sein Amt am Ende der Saison 2003 auf eigenen Wunsch aufgeben wird.

Renate Holm feierte im August sowohl den 70. Geburtstag als auch ihr 50-jähriges Bühnenjubiläum. Die gebürtige Berlinerin wurde von Herbert von Karajan entdeckt, der sie zu den Salzburger Festspielen und an die Wiener Staatsoper holte.

Sari Barabas, Ehrenmitglied des Staatstheaters am Gärtnerplatz in München, feierte am 17. Oktober ihr 80-jähriges Bühnenjubiläum. Die in Ungarn geborene Kammersängerin begann im Alter von sieben Jahren ihre Bühnenkarriere.

Giuseppe di Stefano feierte seinen 80. Geburtstag. Zunächst als lyrischer Tenor gefeiert ging di Stefano mehr zur Gestaltung schwerer Tenorpartien über. Er trat häufig als Partner von Maria Callas auf.

Alex Ursuliak, früherer Leiter der Stuttgarter John-Cranko-Schule, übernahm die Leitung der Schweizerischen Ballettberufsschule Zürich.

Gerhard Brunner, Berliner Ballettbeauftragter, wird auch nach dem soeben erfolgten Auslauf seines Drei-Jahres-Vertrags weiterhin der Berliner Kulturbehörde zur Verfügung stehen, um eine Neuordnung der Berliner Ballettszene zu realisieren.

Adam Fischer, Generalmusikdirektor des Nationaltheaters Mannheim, hat seinen Dirigentenvertrag mit den Bayreuther Festspielen bis zum Jahre 2004 verlängert.

Anthony Bramall wird neuer Generalmusikdirektor am Badischen Staatstheater in Karlsruhe. Bramall tritt zum Beginn der Spielzeit 2002/2003 für drei Jahre an, er löst Kazushi Ono ab, der nach sechsjähriger erfolgreicher Tätigkeit in Karlsruhe im kommenden Jahr nach Brüssel wechselt. Bramall ist derzeit Generalmusikdirektor an den Vereinigten Städtischen Bühnen Krefeld/Mönchengladbach.

Christine Mielitz, Intendantin des Südthüringischen Staatstheaters Meiningen, hat ihren Vertrag als künftige Operndirektorin des Theaters Dortmund unterzeichnet. Ab der Spielzeit 2002/03 leitet sie das Opernhaus für zunächst fünf Jahre.

Steffen Piontek, bisher Operndirektor der Landesbühnen Sachsen, wird mit einem Fünfjahresvertrag ab 2002/2003 neuer Generalintendant des Volkstheaters Rostock. Der bisherige Direktor Michael Winrich Schlicht hatte seinen Vertrag aufgrund von Zuschuss-Kürzungen nicht verlängert. Das Volkstheater konnte in der Spielzeit 2000/2001 eine Steigerung seiner Eigeneinnahmen um 400.000 Mark erreichen, die Besucherzahl stieg um rund zehn Prozent. Nach einer mit Piontek geschlossenen Zielvereinbarung sollen die aufgrund von Zuschusskürzungen und Tarifsteigerungen entstehenden Fehlbeträge durch Einsparungen, höhere Auslastungszahlen, Sommerbespielung, Erweiterung des Konzertbetriebes und Kooperation mit anderen Bühnen ausgeglichen werden.

BADEN-BADEN: Die Zukunft des Baden-Badener Festspielhauses ist gesichert. Am Montag veröffentlichte Festspielhaus-Intendant Andreas Mölich-Zebhauser die aktuelle Vermögens-Situation. “Das Stiftungskapital konnte planungsgemäß von fünf Millionen im Jahr 2000 auf 9,1 Millionen Mark gesteigert werden”, sagte Mölich-Zebhauser. Möglich geworden ist dies durch die erneute Zuwendung eines Gründungsstifters, sowie durch drei neu dazu gewonnene Stifter, erklärte Stiftungsvorstand Horst Weitzmann. Die neuen Stifter sind Françoise und Wolfgang Müller-Claessen, Inhaber der Walter-Marketing Gruppe, Ettlingen, und Sigmund Kiener, Inhaber der Baden-Badener InfoScore Management AG. Sie treten in die Kulturstiftung Festspielhaus Baden-Baden ein. Ein dritter neuer Stifter, erklärte Weitzmann, hat seine Zustimmung still gegeben. Er möchte zum derzeitigen Zeitpunkt noch nicht in die Öffentlichkeit treten.

BERLIN: Kai Luft wird ab August 2002 Geschäftsführender Direktor der Komischen Oper. Der Senat stimmte einem Fünf-Jahres-Vertrag zu. Der Musik- und Wirtschaftswissenschaftler ist seit 1994 Künstlerischer Betriebsdirektor und persönlicher Referent des Intendanten der Komischen Oper.

Daniel Barenboim hat Mitte September seine Vertragsverlängerung als Generalmusikdirektor der Berliner Staatsoper unterschrieben. Sein bestehender Vertrag läuft im Sommer 2002 aus. Als Nachfolger von Georg Quander wurde Peter Mussbach als künftiger Intendant engagiert.

Claudio Abbado, Chefdirigent der Berliner Philharmoniker, erhielt den mit 10.000 Mark dotierten Würth-Preis der Jeunesses Musicales Deutschland. Abbado nahm den Preis entgegen und leitete ihn an den jungen Geiger Andreas Neufeld weiter.

Der Generalmusikdirektor der Deutschen Oper Berlin, Christian Thielemann, hat eine Gehaltserhöhung für seine Orchestermusiker gefordert. Nach dem Abschluss eines Haustarifvertrags für die Staatskapelle Berlin müsse auch ein neuer Vertrag für das Orchester der Deutschen Oper Berlin geschlossen werden. Die Staatskapelle erhält in den kommenden fünf Jahren je 3,5 Millionen Mark (1,8 Millionen Euro) als zusätzlichen Zuschuss vom Bund.

Im Vorfeld des 100. Geburtstags von Gret Palucca (1902 bis 1993) ist im Berliner Henschel Verlag eine Biografie der Tänzerin und Tanzpädagogin erschienen. Unter dem Titel „Tanz, Palucca!“ beschreibt Autor Ralf Stabel das Leben und Arbeiten der Begründerin des Neuen Künstlerischen Tanzes. Palucca wurde unter anderem an der Mary-Wigman-Schule ausgebildet und machte in den 20er- und 30er-Jahren eine Solokarriere als selbstständige Tänzerin. 1925 gründete sie in Dresden die Palucca Schule, wo sie fast sieben Jahrzehnte lang lehren sollte.

Für die Akademie Musiktheater Heute ist in Berlin der Vorhang aufgegangen. Das jüngste Förderprogramm der Deutschen Bank für den Nachwuchs unterstützt unter dem Motto „Talente von heute – Gestalter von morgen“ alle, „die morgen Verantwortung tragen für die großen Musiktheaterereignisse“, begründete Rolf E. Breuer, Vorstandssprecher der Deutschen Bank, das Engagement. In der Welt des Musiktheaters fehle es hier und da „am Zeitgenössischen“, dieses bedürfe deshalb verstärkt der Unterstützung. Das Projekt richtet sich insbesondere an angehende Intendanten, Dirigenten, Dramaturgen und Regisseure.

Der US-Musikmäzen Alberto Vilar, der auch die Berliner und Wiener Staatsoper unterstützt, will den Berliner Philharmonikern dabei helfen, ein neues Publikum zu finden und jüngere Menschen für ihre Konzerte zu interessieren. Philharmoniker-Intendant Franz Xaver Ohnesorg kündigte Pläne für ein „Education-Programm“ an, das Vilar mit insgesamt 50 Millionen Dollar unterstützen will. Vilar will daneben auch der Staatsoper Unter den Linden unter die Arme greifen. Der „Welt am Sonntag“ sagte Vilar, er spreche derzeit mit dem künstlerischen Leiter des Hauses, Daniel Barenboim, und dem designierten Intendanten Peter Mussbach über eine Restaurierung der baulich maroden Staatsoper.

Die Staatsoper Berlin konnte ihre Einnahmen aus dem Kartenverkauf in der zurückliegenden Spielzeit auf 16,5 Millionen Mark steigern. Die Gesamtauslastung wurde um 6 Prozent erhöht und lag bei 84 Prozent.

Der frühere Berliner Kultursenator Christoph Stölzl (CDU) hat sich für eine Gleichstellung der drei Opernhäuser in der Stadt ausgesprochen. Dazu gehörten auch die Tarife für die Orchester. „Die Geldnot bei den Bühnen muss beendet werden, die Knauserei, Hungerleiderei und K.o.-Politik muss aufhören.” Die finanzielle Not sei auch eine Herausforderung, “endlich klar Schiff zu machen”, also politische Prioritäten zu setzen. Dazu gehöre die Gleichstellung von Staatsoper, Deutscher Oper und Komischer Oper.

Die Komische Oper in Berlin will künftig verstärkt über ihren eigenen Bühnenrand hinausschauen. “Komische Oper. Kontrovers” heißt die neue Veranstaltungsreihe des Musiktheaters, die mit einem Diskussionsabend zum Thema “Mythos Islam - Gottsuche zwischen Toleranz und Terror” begann. Wie Intendant Albert Kost bei der Eröffnung sagte, sollen dabei aktuelle kulturpolitisch und gesellschaftlich relevante Fragen zur Sprache kommen. Kost will sein Haus mit der Reihe inhaltlich öffnen und einen Beitrag leisten zur gesellschaftlichen Meinungsbildung.

Der Intendant der Bayerischen Staatsoper, Sir Peter Jonas, und der Stellvertreter von Kulturstaatsminister Julian Nida-Rümelin, Knut Nevermann, wollen in Berlin die Initiative für ein neues Opernhaus ergreifen, in dem ausschließlich zeitgenössische Werke, die nach 1945 entstanden sind, aufgeführt werden. Es soll zwischen dem Bundeskanzleramt und dem Hamburger Bahnhof errichtet werden. Das neue Zentrum für zeitgenössische Oper und Musik soll nach einem Entwurf des Architektenbüros Gewers Kühn gebaut werden. Das Architekturbüro Gewers Kühn errichtet gegenwärtig unter anderem ein neues Probenbühnengebäude der Bayerischen Staatsoper und ein Hochhaus für eine Großbank in der Frankfurter City. Das ehrgeizige Bauprojekt wird von der 1997 gegründeten „Zeitgenössischen Oper Berlin“ verfolgt. Der jährliche Spielplan soll 6 bis 8 repräsentative Werke unterschiedlicher Zeitstile und Formsprachen enthalten.

BONN: Der Bonner Generalmusikdirektor Marc Soustrot wird die Bundesstadt zum Ende der Spielzeit 2003 verlassen. Er war seit 1995 Generalmusikdirektor in Bonn, hatte aber zuletzt nicht mehr an der Oper dirigiert. Klaus Weise, der künftige Generalintendant der Bonner Bühnen, hatte angekündigt, er werde keinen Generalmusikdirektor dulden, der nicht auch an der Oper dirigiere. Interimsintendant für die Spielzeit 2002/2003 wird Arnold Petersen, der nach seiner erfolgreichen Mannheimer Zeit bereits in Wiesbaden und Rostock ausgeholfen hatte.

CHEMNITZ: Infolge von Kürzungen der öffentlichen Zuwendungen durch die Stadt sehen sich die Chemnitzer Theater gezwungen, die für das Ende der laufenden Spielzeit geplante Produktion von Richard Wagners Oper „Das Liebesverbot“ zu streichen. Außerdem wird die neue Oper des Dresdner Komponisten Eckehard Mayer „Das Treffen in Telgte“ nach einer Erzählung von Günter Grass, die zum 75. Geburtstag des Nobelpreisträgers im Herbst 2002 in Chemnitz ihre Uraufführung erleben sollte, erst im Frühjahr 2003 inszeniert.

DESSAU: Nach neunjähriger Arbeit als Direktor des Kurt-Weill-Festes in Dessau wechselt Andreas Altenhof mit Beginn kommenden Jahres nach Berlin ins Direktorium der Neuköllner Oper. Momentan ist noch kein Nachfolger in Sicht.

DRESDEN: Der künftige Chefdirigent der sächsischen Staatskapelle Dresden, Bernard Haitink, will das Orchester mindestens drei Jahre führen. Das gab der Niederländer, der in der kommenden Spielzeit die Nachfolge des verstorbenen Giuseppe Sinopoli antritt, bekannt. Haitink kündigte zudem an, sich an der Suche nach einem neuen Chef der Staatskapelle zu beteiligen. Für Haitink kam das Dresdner Angebot nach Sinopolis Tod „überraschend”. Der Dirigent ist noch bis zum kommenden Jahr Musikdirektor der Covent Garden Oper in London. Von 1964 bis 1988 war er Chefdirigent des Concertgebeouw Orchesters Amsterdam

DÜSSELDORF: Für die Förderung zeitgenössischer Opern stellt das Kulturministerium in diesem Jahr einen Sonderzuschuss bereit. In den Fonds “Neues Musiktheater” fließen nach Angaben des Ministeriums 1,1 Millionen Mark. Das Geld wird in Zusammenarbeit mit dem Kultursekretariat NRW in Wuppertal zurVerfügung gestellt. Die Förderung soll auch im kommenden Jahr in gleicher Höhe fortgesetzt werden. Mit dem Fonds werden Auftragskompositionen, «programmprägende Uraufführungen» und Neuinszenierungen finanziert. Alle Werke müssen nach 1964 entstanden sein. In diesem Jahr haben sich neun Theater mit insgesamt elf Opern am Programm beteiligt

ESSEN: Vom 25. Oktober bis 1. November 2001 stand in Essen alles unter dem Zeichen des Tanzes. Die Stadt ehrte damit einen der Mitbegründer des Modernen Tanzes in Deutschland: Kurt Joos, Tänzer, Choreograf und Pädagoge.

FRANKFURT: Die Intendanten der Städtischen Bühnen in Frankfurt lehnen Bernd Fülle als Geschäftsführer der geplanten Bühnen-GmbH ab. Der von Kulturdezernent Hans-Bernhard Nordhoff (SPD) vorgeschlagene Fülle “konnte uns im Ergebnis nicht überzeugen”, zitierte die FR ein Schreiben von Elisabeth Schweeger (Theater), William Forsythe (Ballett) und Bernd Loebe (designierter Opernchef) an Nordhoff. Die Intendanten schlagen stattdessen Mathias Eichhorn vor, derzeit kaufmännischer Geschäftsführer am Düsseldorfer Schauspielhaus. Die Intendanten begründeten ihre Ablehnung Fülles damit, dass man sich für die Bühnen-GmbH einen geschäftsführenden Intendanten wünsche, der bereits GmbH-Erfahrung habe und zugleich große Kenntnisse in der kaufmännischen Führung eines Theaters mitbringe.

Der Konflikt um die Theaterfinanzen in Frankfurt eskaliert. Der erste der künstlerischen Leiter droht bereits mit vorzeitigem Rücktritt, falls die Lage der Bühnenfinanzen nicht binnen zwei Wochen geklärt ist. „Ich will bis Ende November wissen, woran ich bin, sonst fange ich gar nicht erst an“, sagte der designierte Opern-Intendant Bernd Loebe der „Frankfurter Allgemeine Zeitung“. Kulturdezernent Hans-Bernhard Nordhoff (SPD) habe ihm eine ausreichende Finanzierung der Oper zugesichert. Nun fehlten der Oper im Haushaltsjahr 2002 insgesamt knapp acht Millionen Mark.

FÜSSEN: Die Macher des König-Ludwig-Musicals „Sehnsucht nach dem Paradies“ wurden mit dem Kunst- und Kulturpreis der Stadt Füssen ausgezeichnet. Der Bürgermeister Paul Wengert würdigte die künstlerischen Leistungen von Intendant Stefan Barbarino, Komponist Franz Hummel und Bühnenbildner Heinz Hauser. Weiterhin stellt Bürgermeister Wengert positiv fest, dass die Stadt Füssen seit der Premiere im neu erbauten Musical Theater Neuschwanstein einen beachtlichen Boom bei Gästeankünften und Übernachtungen zu verzeichnen habe. Das Musical Theater meldete außerdem, dass es bereits im zweiten Jahr in der Gewinnzone sei. Seit der Weltpremiere am 7. April 2000 haben über 700.000 Besucher die Produktion gesehen, wie aus einer Zwischenbilanz der Ludwig Musical AG hervorgeht.

HAMBURG: Der Musicalveranstalter Stella Entertainment und die Gewerkschaft ver.di haben Tarifverträge für alle Beschäftigten der Stella-Theater abgeschlossen. Damit gibt es erstmals in Deutschland Tarifabschlüsse für ein komplettes Musicalunternehmen.

LEIPZIG: Die Musikstadt Leipzig soll eine zweite Oper erhalten. Neben dem bekannten großen Musiktheater wolle eine Gruppe junger Künstler eine Kammeroper etablieren, sagte der Geschäftsführer des Projekts, Thomas Biesel, der Nachrichtenagentur ddp in Leipzig. Deshalb wurde zum 1. November offiziell ein Nachfolgeprojekt des Jungen Leipziger Opernensembles gegründet. Ziel der Kammeroper sind nach Biesels Angaben eine eigene Spielstätte und ein festes Orchester ab dem Jahr 2002. Gespräche mit der Stadt werden geführt. Freie Solisten und Gesangsstudenten sollen als Sänger auftreten. Bisher beteiligen sich rund 20 Opernfreunde an dem Projekt unter Leitung von Intendantin Daniela Stock.

MAILAND: Die weltberühmte Mailänder Scala soll in den nächsten drei Jahren komplett renoviert werden. Mit einem festlichen Konzert wird das italienische Opernhaus am 31. Dezember deshalb seine Türen schließen.

MAINZ: Das renovierte Mainzer Opernhaus wurde mit Händels Oratorium „Saul“ eröffnet, das Intendant George Delnon selbst inszenierte. Die musikalische Leitung hatte die erste Generalmusikdirektorin an einem Deutschen Opernhaus, Catherine Rückwardt.

MANNHEIM: Der neue Ballettchef des Mannheimer Nationaltheaters, Mark McClain, ist ins Amt eingeführt worden. Der 41 Jahre alte Tänzer und Choreograf unterschrieb als kommissarischer Ballettleiter. McClain tritt damit die Nachfolge von Philip Talard an, der Ende Juli fristlos entlassen wurde, weil er mehrere zehntausend Mark veruntreut haben soll.

MARL: Matthias Pintscher, Komponist, wird als erster den neuen Hans-Werner-Henze-Preis des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) erhalten. Der 30-Jährige sei einer der bedeutendsten Komponisten der jüngeren Generation, erklärte ein LWL-Sprecher. Die zehnköpfige Jury würdigte die „außergewöhnlich beeindruckende Tonsprache” im Werk Pintschers. Der Preis ist mit 25.000 Mark dotiert und wird im Frühjahr 2002 überreicht.

MÜNCHEN: Die Münchener Biennale für zeitgenössisches Musiktheater steht 2002 ganz im Zeichen des Internets und der neuen Medien. Vom 27. April bis 11. Mai werden fünf Kammeropern zeitgenössischer Komponisten aus Deutschland und Österreich uraufgeführt. Alle Werke kreisen um das Leitthema der modernen digitalen Kommunikationsmedien. Als „Internet-Oper“ ist „Orpheus Kristall“ des 1951 in Kiel geborenen Komponisten Manfred Stahnke konzipiert. Vier externe Musiker werden via WorldWideWeb ihre Musik in die Aufführung einspielen, die dann von den auf der Bühne agierenden Sängern aufgegriffen wird.

NÜRNBERG: Mit Unterstützung des Siemens Kulturprogramms präsentieren die Städte Nürnberg, Fürth und Erlangen ihr Festival „Tanzraum 2“. Neben einem Gastspiel der Choreografin Anne Teresa de Keersmaeker präsentiert sich die Nürnberger Ballettchefin Daniela Kurz mit ihrem Tanz-Programm „Geflügeltes Gelb“ und der Japaner Yoshi Oida mit „Molly Sweeney“.

PARIS: Die Weltkulturorganisation Unesco hat den Beschluss der Vollversammlung der Vereinten Nationen begrüßt, das Jahr 2002 zum Jahr des Kulturerbes auszurufen. Unesco-Generaldirektor Koichiro Matsuura äußerte in Paris die Hoffnung, dass die Proklamation die Mitgliedsstaaten ermuntern werde, umfassende Maßnahmen zum Schutz ihres Kulturerbes zu ergreifen. Der Beschluss ist unter anderem auf die Zerstörung der Buddha-Statuen von Bamijan durch die Taliban in Afghanistan im Frühjar 2001 zurückzuführen.

Die französische Filmschauspielerin Jeanne Moreau (72) ist mit ihrer ersten Inszenierung an der Pariser Bastille-Oper gefeiert worden. Mit lang anhaltendem Beifall belohnte das Premieren-Publikum die Aufführung von Giuseppe Verdis Jugendwerk „Attila“ mit dem Orchester und Chor der Nationaloper unter Pinchas Steinberg.

SCHWEDT: Die Uckermärkischen Bühnen Schwedt und die Stettiner Oper haben einen Kooperationsvertrag unterzeichnet. Geplant ist unter anderem die gemeinsame Produktion des Musicals „Anatevka“.

SCHWERIN: Das Mecklenburgische Staatstheater Schwerin kann auf seine erfolgreichste Spielzeit zurückblicken. In der Saison 2000/2001 wurden 235.000 Besucher verzeichnet.

STUTTGART: Das Jubiläum „40 Jahre Stuttgarter Ballett“ wurde mit dem Ballettabend „Kylián. Spuck. Scholz“ am 2. November im Opernhaus eröffnet. Das Stuttgarter Ballett tanzte an neun Abenden in Folge im Opern- und Schauspielhaus insgesamt vierzehn Ballette meisterhafter Choreografen wie John Cranko, Hans van Manen, Jiri Kylián, John Neumeier, William Forsythe, Uwe Scholz und Christian Spuck.

ZÜRICH: Auf Initiative des Züricher Ballettdirektors Heinz Spoerli erhält das Opernhaus Zürich eine zusätzliche Nachwuchs-Compagnie. Sie soll hauptsächlich als Tournee-Compagnie zum Einsatz kommen.

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