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VdO-Nachrichten
Der 23. Weltkongress der FIA in Birmingham
Vom 12. bis 15. November trafen sich über 150 Delegierte aus mehr als 61 Ländern in Birmingham. Anlass war der 23. Weltkongress der International Federation of Actors. Die FIA ist der Weltverband der Gewerkschaften der darstellenden Künstler*innen. Die EuroFIA-Gruppe und diverse Arbeitsgruppen kamen bereits im Vorfeld ab dem 10. November zusammen. Gastgebergewerkschaft war Equity UK.

Deutschsprachige Gruppe in der FIA zusammen mit der frisch wiedergewählten
FIA-Präsidentin Gabrielle Carteris (SAG-AFTRA). Foto: VdO
Der Kongress verabschiedete Anträge, die die Prioritäten der FIA für die nächsten vier Jahre festlegen. Außerdem wurden Exekutivkomitee und Präsidium neu gewählt. Gabrielle Carteris von der amerikanischen SAG-AFTRA wurde einstimmig für weitere vier Jahre in ihrem Amt bestätigt.
In Birmingham standen zentrale Themen im Mittelpunkt: Diversität, Umgang mit KI, Auswirkungen globaler politischer Entwicklungen auf Kultur sowie verbesserte tarifliche Regelungen und soziale Absicherung. Mit 85 angeschlossenen Gewerkschaften ist die FIA dafür verantwortlich, die Stimme darstellender Künstler*innen auf internationaler Ebene zu sein.
Die deutschsprachige Gruppe mit GDBA, VdO, BFFS, ver.di, younion (Österreich) und SzeneSchweiz wählte auf ihrer Sitzung Jörg Löwer von der VdO zu ihrem Sprecher in der FIA.
Außerordentliche Sitzungen des Bundestarifausschusses
In Anbetracht der angespannten tarifpolitischen Situation fanden am 21.11. und 17.12.2025 zwei außerordentliche (Online-)Sitzungen des BTA statt. Im Zentrum stand die Frage, ob sich die VdO diesmal der angekündigten – und inzwischen vollzogenen – erneuten Kündigung des NV Bühne durch GDBA und BFFS anschließen sollte.
Hintergrund ist der Verlauf zweier Verhandlungsrunden mit dem Deutschen Bühnenverein (DBV) im Oktober und November, in denen nach Abschluss des „kleinen Pakets“ zur Arbeitszeit weitere Regelungen zur Arbeitszeit der nicht vorstellungs- und probenbezogenen Beschäftigten gefunden sowie der große Themenkomplex „Nichtverlängerungsrecht“ und weitere drängende Themen, zum Beispiel das Verbot gemischter Verträge („Solo mit Chor“ etc.) angegangen werden sollten. In diesen Runden gab es vom DBV – abgesehen von einem Einlenken bei der wöchentlichen Arbeitszeit – keine ernstzunehmende Bewegung. Eingedenk der guten Erfahrungen in der Folge der Kündigung des NV Bühne vor eineinhalb Jahren beschlossen daraufhin GDBA und BFFS eine erneute Kündigung zum 30.06.2026.
Im BTA der VdO wurde diese Frage intensiv und kontrovers diskutiert. Aspekte für eine Kündigung waren gewerkschaftsübergreifende Solidarität, öffentliche Wahrnehmbarkeit und Druckpotential gegenüber dem DBV. Dagegen sprachen die Sicherung des Erreichten und neuer Vertragsverhältnisse, der Beibehalt des § 12a NV Bühne (Recht auf Verhandlungen zu Vergütungsanpassungen analog dem öffentlichen Dienst), die finanzielle Situation der Theater und die vermutete geringe Streikbereitschaft der VdO-Mitglieder. Insbesondere unter Verweis auf die Mitgliederstruktur der VdO wogen die befürchteten Verluste im Falle einer Kündigung schwerer als das Druckpotenzial auf die laufenden Verhandlungen, so dass eine Kündigung zum gegenwärtigen Zeitpunkt abgelehnt wurde. Jedoch wurde beschlossen, weiter aktiv an den aktuellen Verhandlungen teilzunehmen und dort VdO-Interessen zu wahren. Betont wurde auch, dass eine Kündigung zu einem späteren Zeitpunkt damit nicht ausgeschlossen ist.
Versorgungsanstalt der deutschen Bühnen Geschäftsbericht 2024
Die Bayerische Versorgungskammer weist darauf hin, dass der Geschäftsbericht der Versorgungsanstalt der deutschen Bühnen über das Geschäftsjahr 2024 mit dem Jahresabschluss und dem Lagebericht vorliegt und den Mitgliedern, Versicherten und Versorgungsempfängern auf Wunsch zur Verfügung gestellt wird. Anforderungen richten Sie bitte an die Versorgungsanstalt der deutschen Bühnen, Postfach 81, 08 51 81901 München
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