|
Schlagzeilen
Ingolstadt schließt Theater
Die Finanzprobleme der Städte und Kommunen haben erste ernsthafte Konsequenzen: Ingolstadt schließt sein Theater. Bayerns fünftgrößte Stadt verliert damit ihre zentrale Bühne. Im Dezember 2025 hatte der Stadtrat die auf 240 Millionen Euro geschätzte Sanierung des Hauses auf Eis gelegt. Nicht zuletzt durch Rückgänge beim Autobauer Audi klafft in den städtischen Finanzen eine Lücke von rund 88 Millionen Euro, so dass inzwischen die Regierung von Oberbayern die Ausgaben kontrolliert. Kultur‑ und Bildungsreferent Marc Grandmontagne sagte der „Süddeutschen Zeitung“: „Alle sind wild entschlossen, das Haus irgendwie zu retten. Ob das wirklich klappt, liegt nicht mehr so sehr in unseren Händen.“ Im Kulturbereich wird massiv gekürzt, Bürgerfeste werden reduziert oder gestrichen, Ticketpreise und Schließzeiten angehoben, Stellen gestrichen, Ausstellungen im Deutschen Medizinhistorischen Museum eingestellt. „Allein das Theater“, so Grandmontagne, „plant mit 1,5 Millionen Euro und vier Vollzeitstellen weniger sowie dem Wegfall aller Gastspiele.“ Das treffe vor allem das Musiktheater. Das Ensemble will weiterhin in kleineren Spielstätten auftreten, doch der Verlust des Großen Hauses bleibt ein Bruch mit einem kulturellen Markenzeichen.
Innovationsprojekt Bühnenwelten
Die Neue Effizienz gGmbH, die EXCIT3D GmbH und die Oper Wuppertal starten das gemeinsame Forschungs- und Entwicklungsprojekt: „Zukunftsbühne: 3D-Technologien & KI für nachhaltige und kreislauffähige Bühnenwelten“. Gefördert wird das Vorhaben vom Ministerium für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes NRW und der Europäischen Union mit 1,3 Millionen Euro. Beteiligt sind auch der Szenografie-Bund, das Pina-Bausch-Zentrum und weitere institutionelle Unterstützer. Das Projekt soll Antworten auf zentrale Herausforderungen der Kunst- und Kulturbranche geben: steigende Anforderungen an Nachhaltigkeit, knappe Ressourcen, wachsende regulatorische Vorgaben, moderne Technologien für Planung und Herstellung. Ziel ist die Entwicklung und Erprobung neuer Verfahren für Bühnenbildgestaltung und -produktion, die ressourcenschonend, effizient und zirkulär sind. Dabei geht es vor allem um 3D-Visualisierung mittels Virtual und Augmented Reality, Künstliche Intelligenz zur Unterstützung bei Entwurf, Planung und Fertigung, sowie 3D-Druckverfahren für flexible, umweltfreundliche und wiederverwendbare Bühnenelemente. Zudem werden neue Ansätze für Wiederverwendung, Materialkreisläufe und austauschbare Komponenten im Bühnenbild entwickelt und in realen Produktionsprozessen getestet.
Neue Leiterin des Deutschen Tanzarchivs

Prof. Dr. Susanne Foellmer. Foto: Focus Photographic
Am 1. April übernahm Prof. Dr. Susanne Foellmer die Leitung des Deutschen Tanzarchivs Köln mit angeschlossenem Museum, das von der SK Stiftung Kultur und dem Kulturamt der Stadt Köln getragen und vom Land Nordrhein-Westfalen unterstützt wird. Die Tanzwissenschaftlerin ist Nachfolgerin des pensionierten Prof. Dr. Frank-Manuel Peter. Sie hat umfassende wissenschaftliche Erfahrungen beim Bewahren und Dokumentieren im Bereich Tanz und überzeugte die Auswahlkommission vor allem von ihrer Strategie für den weiteren Entwicklungsprozess des Deutschen Tanzarchivs Köln zu einem „Forschungs- und Kompetenzzentrum Tanz NRW“. Foellmer möchte die klassischen Aufgaben Sammeln, Bewahren und Vermitteln mit Forschung, Digitalisierung sowie kultur- und wissenschaftspolitischer Vernetzung verbinden, vor allem vor dem Hintergrund der wachsenden Bedeutung Kölns als Standort der Tanzforschung mit einschlägigen Professuren an der HfMT Köln sowie Deutschen Sporthochschule. Die geplante stärkere Vernetzung mit Hochschulen, Museen und internationalen Partnern sowie die perspektivische Ansiedlung einer wissenschaftlichen Fachzeitschrift für Tanzforschung sollen diese Position weiter festigen.
|