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Namen & Fakten
Personalia

Rainer Holzapfel. Foto: Landesbühnen Sachsen
Ab August 2026 übernimmt Rainer Holzapfel die Leitung des Musiktheaters der Landesbühnen Sachsen in Radebeul. Er folgt auf Kai Anne Schuhmacher, die seit 2022 als Spartenleiterin tätig ist. Der künftige Operndirektor will Vielfalt bieten, Operetten, Opernklassiker, Musicals, Heutiges und Wiederentdecktes sowohl auf der Bühne als auch in Schloss, Gärten, Kneipen, Kirchen und Fabrikhallen „nah am Publikum“. Holzapfel studierte Musiktheater-Regie an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst Hamburg. Neben bekanntem Repertoire widmet er sich zeitgenössischen und unbekannten Werken. Lehraufträge für Szenische Arbeit führten ihn an die Folkwang Hochschule Essen und die Hochschule für Künste Bremen.
Nach einstimmigem Votum der Findungskommission wird Christian Reif ab der Spielzeit 2027/28 neuer Generalmusikdirektor der Wuppertaler Bühnen und des Sinfonieorchester Wuppertal. Der 36-Jährige studierte Dirigieren an der Universität Mozarteum Salzburg und Juilliard School in New York City. Von 2016 bis 2019 war er Resident Conductor des San Francisco Symphony und Musikdirektor des San Francisco Symphony Youth Orchestra. Zuvor war er Conducting Fellow beim New World Symphony sowie am Tanglewood Music Center. Derzeit ist er Chefdirigent des schwedischen Gävle Symphony Orchestra. Das Sinfonieorchester Wuppertal dirigierte er bereits im September 2025. Nun folgt er in Wuppertal auf Patrick Hahn, der nach fünf Spielzeiten den Posten als GMD im Sommer 2026 aufgibt.
Aus mehr als fünfzig Bewerbungen um die Intendanz am Theater Bremen fiel die Wahl auf Armin Petras. Der 1964 im sauerländischen Meschede geborene Regisseur und Autor übernimmt das Amt zur Spielzeit 2027/2028. Er wolle den vom verstorbenen Intendanten Michael Börgerding eingeschlagenen Weg fortsetzen und das Haus zugleich behutsam auf neue Wege leiten. Stellvertreterinnen sollen Franziska Benack und Frederike Krüger werden. Schon im März dieses Jahres inszeniert Petras Tolstois „Krieg und Frieden“. Zuvor war er Intendant am Maxim Gorki Theater in Berlin und am Schauspiel im Staatstheater Stuttgart.
Nachrichten
Für das Fortbildungsprogramm Tandem Tanz und Schule NRW – einer Initiative des Bundesverbands Aktion Tanz e.V. – können sich für das Schuljahr 2026/27 erneut Lehrkräfte und pädagogisches Personal bewerben. Für die Umsetzung eines Projekts sind zirka dreißig Zeitstunden vorgesehen, sei es im Regelunterricht, Ganztag und als fächerübergreifendes Vorhaben in allen Schulformen und Altersgruppen. Der Fokus liegt auf Team-Teaching, Partizipation, Persönlichkeitsentwicklung und dem choreografischen Arbeiten mit Kindern und Jugendlichen. Die Fortbildungen des aktuellen Schuljahrs laufen gegenwärtig noch und münden im Juli in eine große Abschlusspräsentation. Bewerben können sich Schulen, Lehrkräfte und pädagogisches (Fach)Personal an Schulen mit und ohne Tanzerfahrung bis zum 30. April 2026 unter aktiontanz.de/tandemtanz.

Kongresshalle Nürnberg. Fotosimulation: Georg Reisch GmbH
Die als Teil des NS-Parteitaggeländes errichtete Kongresshalle Nürnberg soll für knapp dreihundert Millionen Euro zum Kulturort umgebaut werden, ohne dass der unter Denkmalschutz stehende unvollendete NS-Rohbau seine historische Hypothek verliert. Der Stadtrat hat das Bauunternehmen Georg Reisch GmbH & Co. KG beauftragt, im hufeisenförmigen Innenhof, der mit einer Kuppel hätte überdacht werden sollen, ein begrüntes Opernhaus als Ersatzspielstätte für das Nürnberger Staatstheater während dessen Generalsanierung zu errichten. Im Gebäudeinneren sollen Foyers, Abendkasse, Büros, Werkstätten, Proberäume sowie Ateliers und Veranstaltungsräume für die freie Kulturszene entstehen. Die rohe Anmutung des Monumentalbaus und damit das architektonische Zeugnis vom Scheitern der Nazis soll erhalten bleiben. Der Intendant des Staatstheaters Nürnberg, Jens-Daniel Herzog, verlängerte seinen Vertrag einstweilen vorzeitig für fünf weitere Jahre bis 2036.
Im Streit über Sparpläne des Berliner Senats für die vier landeseigenen Theater hat der Hauptpersonalrat des Landes Klage gegen Kultursenatorin Sarah Wedl-Wilson eingereicht. Diese hege Pläne zur Umstrukturierung von Maxim Gorki Theater, Volksbühne, Deutschem Theater und Theater an der Parkaue mit Auswirkungen auf Arbeitsbedingungen, Beschäftigungsabbau, Zusammenlegung von Werkstätten, Einschnitte in künstlerische Prozesse und Überführung mehrerer Häuser in eine Stiftung. Es hätten keine offiziellen Beteiligungsgespräche mit der Senatorin stattgefunden und die Personalvertretungen hätten wesentliche Informationen nur aus den Medien oder aus Anfragen im Kulturausschuss erfahren. Das Verwaltungsgericht hat nun festzustellen, ob gesetzlich garantierte Mitwirkungsrechte der Beschäftigten verletzt wurden.
Der nächste bundesweite Aktionstag Zusammenhalt in Vielfalt findet am 21. Mai 2026 statt. Veranstaltet wird er von der Initiative kulturelle Integration, einem Bündnis von 28 Vertreterinnen und Vertretern der Sozialpartner, Religionsgemeinschaften, Medien, Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft. Unterschiedliche Organisationen, Bündnisse und auch Einzelpersonen sind eingeladen, mitzumachen und im Umfeld des Welttags der kulturellen Vielfalt verschiedene Aktionen durchzuführen und vielfältige Zeichen für den Zusammenhalt in unserer freien und vielfältigen Gesellschaft zu setzen. Veranstaltungskalender, weitere Informationen und Anmeldemöglichkeit finden sich hier: www.kulturelle-integration.de/aktionstag-zusammenhalt-in-vielfalt
Noch bis zum 1. April 2026 können sich Sängerinnen und Sänger für die Teilnahme an der 7. Internationalen Opernwerkstatt Waiblingen bewerben. Angesprochen sind herausragende Talente an der Schnittstelle von Studium und Beruf im Alter zwischen 22 und 32 Jahren. Für ein Vollstipendium mit Unterbringung, Reise und Teilnahme an der Opernwerkstatt ausgewählt werden 12 bis 13 Teilnehmer, die im September 2026 unter dem Motto „Mozart +“ sieben Tage lang mit Melanie Diener und Thomas Hampson Arien und Ensembles aus Mozarts Opern und Werke weiterer Komponisten erarbeiten und bei einem Abschlusskonzert mit einem Orchester der Region aufführen. Informationen und Bewerbung siehe www.internationale-
opernwerkstatt-waiblingen.de/Ausschreibung.
Die Münchener Biennale wurde in den 1980er-Jahren von Hans Werner Henze gegründet, der 2026 hundert Jahre alt geworden wäre. Die zwanzigste Ausgabe des Festivals für neues und junges Musiktheater wird dieses Jahr erstmalig vom neuen künstlerischen Leitungsduo Katrin Beck und Manuela Kerer verantwortet. Vom 8. bis 20. Mai sind insgesamt elf Uraufführungen, zwei Produktionen für junges Publikum sowie interaktive Spiele und installative Präsentationen zu erleben. Erstmalig gab es einen Open Call zum Thema „Martial Arts“, wofür eine Jury aus 85 Bewerbungen das Projekt des chilenischen Komponisten Maximiliano A. Soto Mayorga und der beiden Künstler:innen David Camargo und Amauta García auswählte.
Das Nationaltheater Mannheim streicht aus Kostengründen die Neuinszenierung von Bohuslav Martinůs Oper „The Greek Passion“ in der Regie von Calixto Bieito. Opernintendant Albrecht Puhlmann nannte das einen „unglaublich schmerzhaften Schritt“, aber die städtischen Sparvorgaben von fünf Prozent für alle städtischen Dienststellen könnten nur so erreicht werden. Die Stadt erwartet in den kommenden drei Jahren ein Haushaltsdefizit von rund 600 Millionen Euro. Jedes Dezernat hat daher ab 2026 zunächst drei Prozent und später nochmal zwei Prozent zu sparen. Die abgesagte Opernproduktion wird im Spielplan durch die Wiederaufnahme von Giacomo Puccinis „Madame Butterfly“ ersetzt.
An der Bayerischen Staatsoper gibt es neben dem Opernstudio und der Hermann-Levi-Akademie nun als weiteres Nachwuchsformat die Chorakademie als neues Ausbildungsprogramm in direkter Anbindung an den Bayerischen Staatsopernchor. Die Chorakademie richtet sich an junge Sänger:innen am Übergang vom Studium in den Beruf. Diese erhalten zwei Spielzeiten lang Einblicke in die professionelle Chorarbeit und Förderung für ihre Opernlaufbahn. Vorgesehen sind Mitwirkungen in Neu- und Repertoireproduktionen sowie ergänzende Coachings, Workshops und Masterclasses. Auf die erste Ausschreibung gab es 120 Bewerbungen aus aller Welt. Nach dem Vorsingen ausgewählt wurden sieben junge Sänger:innen für den ersten Jahrgang der Chorakademie.
Die Februar-Ausgabe von „Politik & Kultur“ widmet ihren Schwerpunkt der „Welt des Tanzes“. Themen sind die Situation des Tanzes in Stadt-, Staats- und Landestheatern sowie Perspektive der Tanz-Gewerkschaften. Ferner gibt es Auskünfte über künstlerische Tanz-Entwicklungen, Ausbildung, unterschiedliche Tanzkulturen, Tanz und Inklusion, Tanz als Therapie sowie die Transition vom aktiven Tänzer-Dasein in andere Berufe. Behandelt werden auch Tanzpädagogik und Projekte in diesem Bereich, Urban Dance, Folktanz, Ballroom, Tanzschulen, Tanzforschung und die Bewahrung und Digitalität im Tanz. „Politik & Kultur“ ist die Zeitung des Deutschen Kulturrates, herausgegeben von Olaf Zimmermann und Theo Geißler.
Gestorben
Der langjährige Verleger und Vorsitzende der Geschäftsführung des Schott-Verlags Peter Hanser-Strecker ist im Alter von 83 Jahren verstorben. Mehr als ein halbes Jahrhundert lang lenkte er die Geschicke eines der bedeutendsten Musikverlage der Welt. 1968 trat er in das Familienunternehmen ein, 1974 wurde er Geschäftsführer und übernahm 1983 den Vorsitz. Er transformierte das Mainzer Traditionshaus zu einem global agierenden Medienunternehmen mit Niederlassungen in den USA, Japan, Frankreich, China und Russland. Hanser-Strecker war Präsident des Deutschen Musikverleger-Verbandes, Aufsichtsratsmitglied der GEMA sowie Gründer mehrerer Stiftungen zur Förderung der Musikerziehung und der Erforschung verfemter Musik.
Die einstige Bundesministerin und Bundestagspräsidentin, Kämpferin für Kunst, Kultur und Frauenrechte Rita Süssmuth starb im Alter von 88 Jahren. Süssmuth beförderte die Verhüllung des Reichstags durch Christo und Jeanne Claude und setzte sich intensiv für die Kunst im Reichstagsgebäude und die Kunstsammlung des Deutschen Bundestags ein. Als Bundesministerin für Jugend, Familie, Frauen und Gesundheit legte sie ein besonderes Augenmerk auf die spezifische Situation von Frauen im Kultur- und Medienbetrieb. Für ihr Engagement für Kunst und Kultur würdigte sie der Deutsche Kulturrat im Jahr 2000 mit dem Kulturpolitikpreis. |