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Schlagzeilen
Ernst von Siemens Musikpreis für Jordi Savall

Jordi Savall. Foto: Ernst von Siemens Musikstiftung
Als Violoncellist, Gambist, Dirigent, Komponist, Forscher, Lehrer, Vermittler, Ensemble- und Labelgründer hat Jordi Savall Wegweisendes für die Musik des Mittelalters und der Renaissance in historischer Aufführungspraxis geleistet. Seine Musik zu dem Historienfilm „Die siebte Saite“ (1991) wurde einem Millionenpublikum bekannt. Savall studierte in Barcelona und an der Schola Cantorum Basiliensis Violoncello und Viola da Gamba. Mit seiner ersten Ehefrau, der Sopranistin Montserrat Figueras, verband ihn bis zu deren Tod 2011 eine intensive künstlerische Zusammenarbeit. Beide gründeten 1974 das Ensemble Hespèrion XX (inzwischen Hespèrion XXI), das sich auf Musik der iberischen Halbinsel spezialisiert, sowie 1987 das Vokalensemble La Capella Reial de Catalunya für geistliche Musik des Mittelalters. 1989 folgte das Orchester Le Concert des Nations für Musik aus Barock, Klassik und Frühromantik auf Originalinstrumenten. 1998 gründete Savall das Label Alia Vox, das bisher 230 Titel veröffentlichte und mehr als zwei Millionen CDs verkaufte. Savall widmet sich zudem der Ausbildung von Nachwuchs und engagiert sich im Rahmen des Ensemble Orpheus XXI für geflüchtete Musiker:innen aus Nordafrika und dem arabischen Raum. Am 23. Mai 2026 erhält Jordi Savall im Prinzregententheater München den Ernst von Siemens Musikpreis für sein Lebenswerk. Die mit je 35.000 Euro dotierten Förderpreise Komposition gehen an Bethan Morgan-Williams, Hovik Sardaryan und Kitty Xiao.
Stiftung für das Landestheater Detmold
Zum zweihundertjährigen Bestehen des Landestheaters Detmold wurde die „Stiftung für das Landestheater Detmold“ ins Leben gerufen. Initiiert vom Verein der Theaterfreunde Detmold soll diese das Landestheater ideell und materiell stärken sowie einen verlässlichen Rahmen bieten, in dem auch größere Zuwendungen dauerhaft wirksam werden können. Fünf Gründungsstifter stellten dafür ein Startkapital in Höhe von 50.000 Euro bereit: das Fürstenhaus zur Lippe, die Sparkasse Paderborn-Detmold-Höxter, die Lippische Landesbrandversicherung AG sowie zwei weitere, nicht namentlich genannte Geber. Interessierte Bürgerinnen und Bürger, Unternehmen und Einrichtungen können sich mit Zustiftungen an der weiteren Entwicklung beteiligen und damit zur dauerhaften Zukunftssicherung des Theaters beitragen. Die treuhänderische Verwaltung übernimmt die Stiftung Standortsicherung Kreis Lippe. Vorsitzender des Beirats ist Jürgen Wannhoff, der langjährige Vorstandsvorsitzende der Theaterfreunde mit inzwischen siebenhundert Mitgliedern.
Stipendiat:innen Tanzrecherche NRW 2026
Das NRW KULTURsekretariat hat erneut vier Stipendien im Rahmen des internationalen Stipendienprogramms Tanzrecherche NRW an zwei Tanzkünstler:innen aus dem Ausland sowie zwei mit Lebens- und Arbeitsschwerpunkt in einer der zwanzig Mitgliedsstädten des KULTURsekretariats vergeben. Mit 6000 Euro sowie einem Dokumentationsbudget von bis zu 1000 Euro dotiert können die Stipendiat:innen mehrere Wochen themenbezogene, produktionsunabhängige Recherchen durchführen, die den interkulturellen und transdisziplinären Dialog fördern. Die finnische Künstlerin Ada Freund untersucht in Zusammenarbeit mit der lokalen Sounddesignerin Maja Prill vor dem Hintergrund der Wuppertaler Schwebebahn, wie Zeit durch verkörperte und sinnliche Erfahrungen wahrgenommen wird. Brig Huezo wird zwischen Köln, Kyoto und Tokyo japanische Geiko-Traditionen und Oiran-Ikonografien mit digitalen Fantasien in eine choreografische Sprache zwischen Bewegung, Daten und Begehren bringen.
ISaAc iSaBeL Espinoza Hidrobo wird ihre bisherige Praxis in Rio de Janeiro an die dortigen Realitäten und spirituellen Techniken Rios anpassen und die Wasserrituale des Candomblé mit queeren, vorkolonialen Kosmologien verbinden. Der Choreograf Krisna Satya versetzt das balinesische Raumkonzept „Asta Kosala Kosali“ in den urbanen Kontext Düsseldorfs, indem er die körperliche Anpassung innerhalb der fließenden Konstruktionen des Neuen Zollhofs von Stararchitekt Frank Gehrys zu einem Ort kultureller Verhandlungen macht.
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