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Editorial
Im laufenden Betrieb
Editorial von Christine Stein
Diese Ausgabe ist die erste, an der ich als Mitherausgeberin mitwirke. Ich nutze das Editorial für einen Bericht, der uns alle angeht: was sich seit meiner Berufung zur Geschäftsführerin getan hat und was vor uns liegt. Ich schreibe bewusst „uns“, denn was die Geschäftsführung leisten kann, wird in vielen Fällen erst durch die Unterstützung an vielen großen und kleinen Stellen in diesem Verband möglich – von der Rückmeldung aus einem Ortsverband, einem Anruf eines Mitglieds, das beispielsweise auf einen älteren Eintrag auf der Website hingewiesen hat, die Teilnahme an Personal- und Betriebsversammlungen durch unsere Ehrenamtlichen bis hin zur Arbeit unserer Tarifkommission in den zahlreichen, mal zäh verlaufenden, mal kleinteiligen bis hin zu erfolgreichen Tarifverhandlungen.

Christine Stein. Foto: Pascal Schmidt
Zur Person kurz das Nötigste: Ich bin Juristin, von 2013 bis 2022 war ich bei der GDBA tätig, zunächst als Syndikusanwältin, seit 2017 als Leiterin der Rechtsabteilung. Seit 2022 bin ich als Syndikusrechtsanwältin für die VdO tätig, seit Juli 2025 Leiterin der Rechtsabteilung, seit März 2026 zusätzlich Geschäftsführerin. Vor meiner Arbeit für Gewerkschaften habe ich als Rechtsanwältin in einer Arbeitsrechtskanzlei gearbeitet. Die Rechtsabteilung leite ich neben der Geschäftsführung weiter. Mit meinem Mann und meinen fast sechsjährigen Sohn wohne ich in der Nähe von Hamburg.
Die Übernahme eines laufenden Betriebs, auch der weitere Wechsel in der Geschäftsführung der VdO, sind für einen Verband unserer Größe eine Herausforderung. Die Tarifverhandlungen pausieren nicht, weil an der Spitze gewechselt wird, Fristen laufen unabhängig davon weiter, wer gerade unterschreibt, und Mitgliederanfragen, Gremiensitzungen sowie die Redaktionsarbeit an dieser Zeitschrift laufen weiter, während ich mich eingearbeitet habe und es weiterhin noch tue. Dass ich das als neue Geschäftsführerin in kürzester Zeit leisten konnte, lag nicht nur wesentlich an der Unterstützung durch meine Kollegen, sondern auch an der von Mitgliedern und Bundesvorstand, die alle gemeinsam in dieser Zeit für Kontinuität gesorgt haben.
Getragen von dieser Unterstützung hat die Geschäftsführung nun begonnen mehrere Vorhaben umzusetzen: den Relaunch unserer zu überarbeitenden Website, die Zentralisierung und Verschlankung von Arbeitsabläufen, eine transparente Aufbereitung von Informationen für unsere Mitglieder, die Eröffnung einer neuen, schlank besetzten Geschäftsstelle in Hamburg (ebenfalls zur Zentralisierung und Optimierung der Betreuung unserer Mitglieder) sowie der Neudruck unseres zu aktualisierendem NV Bühne-Tarifheftchens – jetzt inklusive des TV Gast. Keiner dieser Punkte ist abgeschlossen; an vielen Stellen sind sie weiterzuführen und wir sind auf Rückmeldungen unserer Mitglieder angewiesen, um sie stetig fortzuentwickeln.
Ein Beispiel für eine erfreuliche Meldung ist, dass die Zahl der freischaffend organisierten Mitglieder innerhalb eines Jahres um etwa ein Drittel gestiegen ist – Ausdruck einer sich wandelnden Theaterlandschaft und nicht in erster Linie unseres eigenen Verdienstes. Dies ist allerdings eine Verpflichtung für die Geschäftsführung, die Beratungsarbeit auf diese Mitgliedergruppe hin weiterzuentwickeln und zur Verbesserung der Regelungen des Tarifvertrages Gast – die Tarifverhandlungen werden Ende September fortgeführt – beizutragen. In unserer Zeitschrift „Oper & Tanz“ führen wir außerdem die Rubrik „Alles, was Recht ist“ wieder ein, betreut von der Rechtsabteilung; Themen dafür erreichen uns gern direkt.
Vor uns liegt eine schwierige Zeit: Länder und Kommunen kürzen Kulturhaushalte, Theater sparen an Vorstellungen, Verträgen und Stellen, und in immer mehr Kommunal- und Landesparlamenten verschieben sich Mehrheiten, die den Erhalt fester Ensembles nicht mehr als Selbstverständlichkeit behandeln. Diese Auseinandersetzungen kann die Geschäftsführung nicht allein bestehen. Sie gelingen vielmehr erfolgsversprechender, wenn Ihr, die Mitglieder, Kolleginnen und Kollegen vor Ort, in Gremien auf lokaler oder landesweiter Ebene einbringen und uns berichten, was sich an ihrem Haus tut – damit die Geschäftsführung und der Verband in Kenntnis der Realitäten handeln können.
Was die Geschäftsführung umsetzt, wird erst durch die großen und kleinen Beiträge aus unserem Verband möglich. Deshalb ist ein Erfolg immer auch Eurer/Ihrer; was Rückstände oder Verbesserungsbedarfe betrifft, begreifen wir diese als Aufgaben, die wir nur gemeinsam angehen können.
Christine Stein
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