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Namen & Fakten
Personalia
Der Dirigent Justus Barleben übernimmt 2027 die künstlerische Leitung des Bundesjugendchors in der Nachfolge von Anne Kohler, die das Nachwuchsensemble in der Trägerschaft des Deutschen Musikrats seit der Gründung sechs Jahre lang aufgebaut und geprägt hat. Barleben setzte sich in einem zweistufigen Auswahlverfahren gegen 32 Mitbewerber:innen durch. Er wurde 1992 geboren und gastiert als Chorleiter und Ensemblesänger mit stilistisch breit gefächertem Repertoire von der Alten Musik bis zu zeitgenössischen Werken beim Rundfunkchor Berlin, MDR-Rundfunkchor und NDR -Vokalensemble, wo er Choreinstudierungen für Kirill Petrenko, Daniel Barenboim, Vladimir Jurowski, Semyon Bychkov, Andris Nelsons und andere verantwortete.
Mit Beginn der Spielzeit 2026/27 übernimmt Tommaso Turchetta die Position des Generalmusikdirektors am Landestheater Coburg. Der in Neapel geborene Dirigent tritt die Nachfolge von Daniel Carter an. Turchetta war zuletzt drei Spielzeiten Erster Kapellmeister am Aalto-Theater Essen. Zuvor arbeitete er am Tiroler Landestheater Innsbruck, wo er zahlreiche Opernproduktionen leitete.
Mit Christoph Roos bekommt das Theater Krefeld und Mönchengladbach ab der Spielzeit 2028/29 einen neuen Generalintendanten und Geschäftsführer. Der jetzige Schauspieldirektor folgt in diesem Amt auf Michael Grosse, der dann nach fast zwei Jahrzehnten als Chef des Gemeinschaftstheaters in den Ruhestand geht. Roos wurde 1969 in Düsseldorf geboren und war bereits häufig als freier Regisseur am Niederrhein tätig, bevor er 2022 vom Ensemble des Hauses zum neuen Schauspieldirektor gewählt wurde. In der aktuellen Spielzeit inszeniert er unter anderem Bertold Brechts „Mann ist Mann“ sowie „Merlin oder das wüste Land“ und „Sophia, der Tod und ich“. Auch beim Erfolgsstück „Pudelpunk Song Contest“ führte er zuletzt Regie.
Nachrichten
Der Plan des milliardenschweren neuen Opernhauses in Düsseldorf wird nicht realisiert. Oberbürgermeister Stephan Keller (CDU) stoppte das Projekt unter Verweis auf die „aktuellen finanziellen Rahmenbedingungen“ von Stadt und Land NRW. Die neue Oper hatte zwar einen Kostendeckel von einer Milliarde Euro, doch die Streckung der Finanzierung über 50 Jahre würde sich am Ende dennoch auf insgesamt rund 1,8 Milliarden Euro belaufen. Angesichts der Finanzprobleme der Landeshauptstadt, die auch neue Schulen und eine neue Brücke zu bauen habe, sei das nicht zu leisten. Der Düsseldorfer Stadtrat hatte den Neubau für mindestens 716 Millionen Euro Ende 2021 beschlossen, dafür inzwischen auch einen Architekturwettbewerb durchgeführt. Die zunächst als zu aufwendig erachtete Sanierung des bestehenden Hauses am Hofgarten soll nun doch erfolgen, wofür nun die bereits geplanten Maßnahmen umgesetzt werden können. Eine Auslagerung des Spielbetriebes ist derzeit jedoch noch nicht geplant.
Die Hochschule für Musik Detmold und das Landestheater Detmold schreiben ihre langjährige Kooperation fort. Pro Spielzeit realisieren Studierende der Opernschule in der Regel gegen Ende der Spielzeit im Großen Haus zwei Aufführungen unter professionellen Produktionsbedingungen. Die Werkauswahl erfolgt in engem Schulterschluss mit dem Landestheater, das die Realisierbarkeit im Hinblick auf Ressourcen und Rahmenbedingungen prüft. Die technische Gesamtverantwortung liegt beim Landestheater. Es stellt Bühnentechnik, Beleuchtung, Requisite, Maske und das technische Personal für die Aufführungen sowie Kartenverkauf und Veranstaltungsorganisation. Die Hochschule für Musik Detmold verantwortet die künstlerische Durchführung der Produktion und stellt Solistinnen und Solisten, Orchester, Chor und Statisterie. Die Aufführungen gelten als Veranstaltungen der Hochschule.
Ausgezeichnet

(Ekleido) Hannah Ekholm & Faye Stoeser, „Femina“. Foto: Stefan Föge-Riekenberg
Für das Finale des „choreography 40“ hatten sich in den Vorrunden aus vierhundert Bewerbungen aus sechs Kontinenten neun Arbeiten von Nachwuchschoreograf:innen qualifiziert. Die vier Hauptpreise des vor vierzig Jahren von der Ballett Gesellschaft Hannover ins Leben gerufenen internationalen Wettbewerbs für Choreografie gingen an Jiani Wang & Weidi Feng (China) für „Arrival at the Edge“, Zoe Ashe-Browne (Irland) für „Sibling“, Boris Orihuela & Jessica Castellón (Spanien) für „Current Accounts“ und Lou Cisnal, Amélie Delaunay, Elisa Picq & Marine Postel (Frankreich) für „Gaua“. Zudem wurden von den Leiter:innen deutscher Ballettkompanien Produktions- und Gastspielpreise vergeben, die den Preisträger:innen die Erarbeitung einer Choreografie von mindestens zwanzig Minuten Dauer mit möglichst mehr als vier Tänzerinnen und Tänzern unter professionellen Rahmenbedingungen ermöglichen sollen, darunter der Produktionspreis Staatstheater am Gärtnerplatz München mit Ballettdirektor Karl Alfred Schreiner für „Femina“ von (Ekleido) Hannah Ekholm & Faye Stoeser (Großbritannien).
Das Theater Magdeburg wurde mit dem „ZukunftsGut-Preis“ 2026 der Commerzbank-Stiftung für institutionelle Kulturvermittlung ausgezeichnet. Die spartenübergreifenden Vermittlungsprojekte am Theater Magdeburg reichen von inszenierungsbegleitenden Formaten wie Einführungen, Nachgesprächen und Workshops bis hin zu teils inklusiven Theaterklubs und partizipativen Projekten, in denen Bürger:innen selbst zu Akteur:innen werden. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf niedrigschwelligen und experimentellen Formaten, die das Theater bewusst aus seinen eigenen Räumen heraus in die Stadt tragen. Eine zentrale Rolle spielt dabei das seit 2022 jährlich stattfindende Projekt „Bande“, bei dem rund 70 Kinder und Jugendliche im Alter von 8 bis 18 Jahren das Schauspielhaus eine Woche lang mit interdisziplinären Laboren zu einem Ort künstlerischer Forschung verwandeln. Der mit 25.000 Euro dotierte 1. Preis in der Kategorie „Urbaner Raum“ wurde in Frankfurt am Main von der Projektleiterin des Magdeburger Festivals „eXoplanet“ Marie Schultze und Clemens Leander von der Schauspielhausleitung entgegengenommen.
Der seit 1996 verliehene Kurt-Hübner-Preis der Bremer Theaterfreunde würdigt herausragende künstlerische Leistung am Theater Bremen und ist mit 5.000 Euro dotiert. Der Preis 2026 geht an die Leitende Dramaturgin im Musiktheater des Theater Bremen, Frederike Krüger. In „Sissy“, „Madama Butterfly“, „Die Zauberflöte“ oder in früheren Produktionen wie „Doctor Atomic“ oder „Titus (La clemenza di Tito)“ habe sie mit kommunikativer Offenheit und großer Sorgfalt die Themen freigelegt, Kontexte erschlossen, künstlerische Prozesse begleitet und in Einführungen komplexe Zusammenhänge verständlich und anregend vermittelt. Der 2020 erstmalig vergebene Nachwuchspreis der Bremer Theaterfreunde wurde im vergangenen Jahr nach dem plötzlichen verstorbenen Intendanten zu Michael-Börgerding-Nachwuchspreis umbenannt. Dieses Jahr geht dieser ebenfalls mit 5.000 Euro dotierte Preis an den Tenor Ian Spinetti, der zuletzt als Tamino, Aeneas und Pinkerton sowohl Reife des künstlerischen Ausdrucks als auch Wandlungsfähigkeit unter Beweis gestellt habe.
Der Deutsche Tanzpreis 2027 geht an die Choreografin Rafaële Giovanola in Anerkennung von 25 Jahren außergewöhnlicher künstlerischer Leistungen und wegweisender Beiträge zum zeitgenössischen Tanz. Der Tänzer, Pädagoge, Choreograf und Ballettdirektor Martin Schläpfer erhält die „Ehrung für das Lebenswerk“. Sein choreographisches Schaffen umfasst über 80 Werke, und als Ballettdirektor wirkte er 31 Spielzeiten ununterbrochen in Düsseldorf und zuletzt bis Juni beim Wiener Staatsballett. Die in Los Angeles geborene, in Freiburg aufgewachsene Tänzerin und Choreografin Joy Alpuerto Ritter erhält die Ehrung als herausragende Interpretin und Grenzgängerin, die mühelos Genres, Bühnen und Wirkungsbereiche wechselt, kommentiert, bedient oder verschmelzen lässt. Mit dem Deutschen Tanzpreis (Juryvorsitzende Adriana Almeida Pees) werden herausragende Persönlichkeiten des Tanzes in Deutschland ausgezeichnet. Die Verleihung des Preises und der Ehrungen erfolgt am 13. März 2027 im Aalto-Theater Essen im Rahmen einer Tanz-Gala. |